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06.03.2011

Interview mit dem Comic-Autor von The Lost Suns

In der Galaxis herrscht Frieden, doch kein Frieden dauert ewig. Um die Wahrheit hinter dem Waffenstillstand der demokratischen Galaktischen Republik und dem tyrannischen Sith-Imperium ans Licht zu bringen, hat der Spionagedienst der Republik Theron Shan - einen eigenwilligen Spion und Sohn der Großmeisterin des Jedi-Ordens - auf eine Mission in den imperialen Raum geschickt.

Star Wars™: The Old Republic™ - The Lost Suns ist eine fünfbändige Mini-Reihe von Dark Horse Comics, die sich mit Therons Mission und den daraus folgenden Konsequenzen beschäftigt. The Lost Suns stammt aus der Feder von BioWares Senior Writer Alexander Freed, der bereits die letzte Dark Horse Comic-Reihe 'Blood of the Empire' geschrieben hat, und bietet Zeichnungen von George Freeman und Dave Ross sowie Titel-Grafiken von Benjamin Carré.

The Lost Suns steht direkt in Zusammenhang mit den Geschehnissen in Star Wars: The Old Republic und beginnt genau zu dem Zeitpunkt, an dem auch das Spiel beginnt.

Ausgabe 1 von Star Wars: The Old Republic - The Lost Suns wird ab November 2011 im Comic-Handel erhältlich sein! Wir haben Alexander Freed gebeten, ein paar Fragen zu beantworten, um mehr über die Reihe zu erfahren ...

F: Fangen wir ganz einfach an - wer bist du und was machst du bei BioWare?

Ich heiße Alexander Freed und bin ein Senior Writer und Managing Editor für Star Wars: The Old Republic. Ich schreibe also viele der Geschichten und Dialoge im Spiel und helfe dabei, das Team zu koordinieren. Ich habe auch den Comic 'Blood of the Empire' verfasst, der zuerst hier auf der Website erschien (und hier immer noch zu finden ist), bevor er im letzten Spätjahr von Dark Horse Comics in gedruckter Form veröffentlicht wurde.

F: Die neue Comic-Reihe heißt The Lost Suns. Kannst du uns kurz erläutern, wovon sie handelt?

The Lost Suns erzählt die Geschichte von Theron Shan - einem republikanischen Spion, der auf eine Mission geschickt wird, um herauszufinden, was das Imperium unternommen hat, seit es den Friedensvertrag mit der Republik unterzeichnete und warum das Imperium bestimmte Forderungen in den Vertrag aufnehmen wollte, deren Gründe noch immer unbekannt sind. Theron muss dazu geschlossene Grenzen passieren, ohne einen Krieg zu beginnen, mit einem Jedi-Meister zusammenarbeiten, der nicht recht bei Verstand zu sein scheint, und den dunklen Absichten der kriminellen Unterwelt entgehen.

Ich bezeichne The Lost Suns gerne als unsere "neunte Geschichte". Jede Klasse in The Old Republic erzählt ihr eigenes Star Wars-Epos und Therons Geschichte ist mit den anderen acht verwoben und bringt die grundlegende Geschichte des Spiels genauso wie diese weiter.

F: Wann genau spielt The Lost Sons im Vergleich zu Star Wars™: The Old Republic™ und früheren The Old Republic-Comics?

The Lost Suns setzt genau dann ein, wenn das Spiel beginnt, als der Vertrag zwischen der Republik und dem Imperium immer brüchiger wird. Der Comic spielt also etwa ein Jahrzehnt nach Threat of Peace und etwa vierzig Jahre nach Blood of the Empire.

Im Verlauf der Reihe geschehen die Ereignisse im Comic parallel zu den Ereignissen im Spiel (außer wenn sie sich überkreuzen). Eine Geschichte zu finden, die gleichzeitig mit dem Spiel stattfindet, war eins unserer wichtigsten Ziele, als wir das Projekt angingen. Wir hatten schon genug Vorgeschichten verfasst und wollten nun direkt in das Spiel selbst eintauchen.

F: Kannst du uns etwas über Theron Shan erzählen? In welcher Beziehung steht er mit den Charakteren von The Old Republic?

Theron Shan ist der Sohn von Satele Shan, der Großmeisterin des Jedi-Ordens und Hauptfigur des Trailers 'Hoffnung' (die Frau mit dem Lichtschwert, nicht der Mann mit der Narbe). Theron ist jedoch kein Jedi - er ist ein Spion in Diensten des Strategischen Informationsdiensts der Republik und spezialisiert auf zahlreiche Sprachen, Tricks und Kampftechniken, die er gelernt hat, als er sich intensiv mit den fremden Kulturen in der Republik befasste. Er beleidigt dich in Gamorreanisch und muss dabei kein bisschen lächeln. Er ist clever, kultiviert und mag seine Arbeit vielleicht ein kleines bisschen zu sehr.

Theron spricht nicht viel von seiner Mutter und dafür gibt es gute Gründe. Zu seinem Unglück werden ihn diese Gründe eines Tages einholen.

F: Tritt Theron auch in The Old Republic selbst in Erscheinung oder wurde er ausschließlich für die Comic-Reihe erschaffen?

Eine der Herausforderungen, wenn man etwas schreibt, das direkt im Zusammenhang mit The Old Republic steht, ist die riesige Anzahl unterschiedlicher Geschichten, die es im Spiel gibt. In Blood of the Empire durfte der Protagonist zum Beispiel nicht in Berührung mit einigen Sith- und Jedi-Geschichten aus dem Spiel kommen. Doch das bedeutete auch, dass wir Charaktere oder Hintergründe, die neu waren, nur sehr mühselig erstellen konnten - so kamen dann zum Beispiel in BotE auch nur relativ wenige Figuren aus der Schmuggler-Geschichte vor.

Theron wurde (basierend auf einigen schon vorhandenen Elementen) für den Comic erfunden, verknüpft aber auch Zusammenhänge für die Hintergrundgeschichte von The Old Republic. Mit Theron haben wir eine Figur, die mehr Verbindungen zu den Geschichten im Spiel aufweist, als jeder andere Charakter, und dennoch erzählt er eine ganz eigene Geschichte. Im Comic erkennt man sofort, was das bedeutet, aber es sei nur so viel gesagt, dass The Lost Suns sich wie eine Straße durch die Mythologie von The Old Republic schlängelt.

F: Ist es möglich, dass Theron irgendwann einmal in The Old Republic erscheint?

Nicht während der Zeit, in der der Comic spielt, denn da hat er jede Menge zu tun! Es gibt jedoch einige Charaktere, die zwischen dem Comic und dem Spiel hin- und herspringen. Außerdem haben die Ereignisse im Comic erhebliche Auswirkungen auf die Geschichten im Spiel ... manchmal sind sie offensichtlich, manchmal etwas weniger.

F: Wie unterscheidet sich das Schreiben eines Comics vom Schreiben für ein Spiel?

Die Stärke von Computerspielen als Medium liegt eindeutig in ihrer Interaktivität - es werden Geschichten erzählt, in denen der Spieler selbst wichtige Entscheidungen treffen muss und dabei emotional gefordert ist und überwältigende Erfolge erlebt. In einer Geschichte, die nicht interaktiv ist, sind fesselnde Abenteuer und glaubwürdige Figuren genauso wichtig, nur geht man die Sache anders an. In einem linearen Medium wie einem Comic ist es möglich, Geschichten zu erzählen, die viel persönlicher sind, weil man genau weiß, wie sich die Figuren fühlen.

Es gibt aber auch noch einen Unterschied, der nicht so offensichtlich ist: Comics lassen sich immer wieder lesen, weil sie so kurz sind und aus vielen Bildern bestehen. Das heißt, dass ich in Ausgabe 1 viele Elemente benutzen kann, die der Leser beim zweiten Lesen (oder nach dem Lesen der gesamten Reihe) womöglich ganz anders interpretiert. Das versucht man auch bei einem Spiel, aber die Wirkung ist dort nicht so eindeutig, weil Spiele oft sehr groß sind und es lange dauert, sie noch einmal zu spielen. Bei einem Comic dagegen sind es all die kleinen Details und Elemente, die offenen Spielraum für Interpretation lassen, die den Wert einer Seite ausmachen.

F: Warum sollten Spieler von Star Wars: The Old Republic The Lost Suns lesen?

Die Spieler erhalten einen ersten Einblick, wofür sie im Spiel eigentlich kämpfen. Sie erhalten Antworten auf Geheimnisse, die wir seit Jahren ankündigen, etwa einhundert Seiten voller Fremdlinge, Outfits, Raumschiffe und Landschaften, die auf den Spielinhalten basieren (natürlich sind auch neue Schöpfungen dabei) und, wenn wir alles richtig machen, eine wirklich tolle Star Wars-Geschichte.

F: Gibt es etwas, das Comic-Fans dazu bringen könnte, The Old Republic zu spielen?

Leser von The Lost Suns benötigen keine Vorkenntnisse zu The Old Republic (und wenn überhaupt auch nur wenige Kenntnisse von Star Wars) - hoffentlich gelingt es uns, den Comic-Fans unser Universum zu vermitteln, in dem sich Jedi und Sith zu Tausenden tummeln und eine Galaktische Republik bzw. ein Sith-Imperium beschützen, die auf dem Höhepunkt ihrer Macht stehen. Vielleicht können wir sie so fesseln, dass sie mehr erfahren wollen. Wenn die epischen Schlachten zwischen den Kräften des Lichts und der Dunkelheit oder den tapferen gewöhnlichen Männern und Frauen in der Galaxis sie nicht überzeugen, können wir immer noch sagen: "Wir haben alles versucht!"

F: Gibt es Charaktere, Klassen oder Orte in The Old Republic, die du unbedingt mal in einer zukünftigen Comic-Reihe umsetzen möchtest?

Ich war schon begeistert, dass ich Blood of the Empire und The Lost Suns schreiben durfte, und Dark Horse hat mit George Freeman, Dave Ross, Mark McKenna und Michael Atiyeh ein paar wirklich fantastische Künstler engagiert. Ich würde unheimlich gerne an einer dritten Reihe arbeiten, aber das hängt natürlich davon ab, wie The Lost Suns ankommt.

Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich gerne einmal Geschichten abwechselnd aus der Perspektive der Republik und des Imperiums erzählen. Vielfalt ist gut für einen Autor, und nachdem ich sowohl Szenen für Dromund Kaas als auch für Coruscant geschrieben habe, bin ich natürlich geneigt, noch mehr auf den beiden Planeten zu machen. Es war auch toll, Szenen für Nar Shaddaa zu schreiben - mit all dem Glitzern, Neon und der Korruption dort. Doch bisher habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, das alles in einen Comic zu packen.

Danke an Alexander dafür, dass er sich die Zeit genommen hat, unsere Fragen zu beantworten.

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