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Shadowflyer
07.02.2012 , 08:49 AM | #8
Dromund Kaas, Kaas City, Cantina

Die Cantina war wie jede andere Cantina im Universum. Laut, verraucht und voller Abschaum. Ein Mix aus Holotänzerinnin und welchen aus Fleisch und Blut versuchte die Gäste mit einer Mischung aus energetisch geladenen und dennoch verführerischen Bewegungen zu unterhalten. Der blonde Sunnyboy mit dem Dreitagebart saß in einer der Ecknischen und ließ sich von eben einer jener Damen, die lediglich mit einem Hauch von nichts bekleidet waren, bedienen.
Es langweilte ihn.
Frauen, die sich für ein paar Credits dazu erniedrigen ließen, fast nackt mit einem Tablett durch die Gegend zu laufen und alles über sich ergehen zu lassen, langweilten ihn. Sicher genoss er ihren Anblick, denn keine einzige der hiesigen Frauen war auch nur annährend das, was man als "hässlich" betrachten würde.
Ihm entging nicht, dass die eine oder andere der Angestellten eines dieser imperialen Sklavenhalsbänder trug und augenscheinlich dazu gezwungen wurden, hier zu arbeiten. Aber auch das war ihm egal. Wer in der Sklaverei landete, hatte sein Leben nicht im Griff. Endweder war er verschuldet oder hat sich mit den falschen Leuten eingelassen.
Greyjoy bezahlte seinen Drink.

Verschwinde.
Gab er der Kellenrin eine Abfuhr, als sie darauf zu warten schien, ob er noch einen weiteren Wunsch hätte. Ihm stand im Moment nicht der Sinn nach Sex. Dazu war in den letzten zwei Standardtagen zu viel passiert und ihm gingen zu viele Gedanken durch den Kopf.
Vor zwei Standardtagen hatte er die für ihn alles verändernde Nachricht erhalten. Eine Nachricht, die ihm eine Verbindung zu dem gab, was er einmal Heimat nennen konnte.
Seine einzigen Erinnerungen an seine Jugend, war ein Ausbildungslager, in dem er schon mit 10 lernte zu töten. Das Imperium kümmert sich gut um Waisen und Heimatlose Kinder.
Der blonde Mann musste grinsen. Klar, kümmerten sich die Ausbilder um die Kinder. Sie machten ihnen recht schnell klar, dass es keine Wiederworte gab und das lediglich das System ein guter Elternersatz wäre. Dort hatte der junge Mann auch seine Cyberimplantate erhalten und war nun das, was er heute war. Entgegen der Masse der jugendlichen, mit denen er dieses "Waisenheim" bewohnte, schaffte Greyjoy es aber, sich einen Teil seiner selbst zu erhalten. Sicher war für ihn das Imperium der einzig wirkliche Weg, auch wenn er die eine oder andere politische Entscheidung nicht nachvollziehen konnte. Aber er traf noch immer eigene Entscheidungen, folgte noch immer seinem eigenen Verstand.
Greyjoy war der festen Überzeugung, dass genau dieser Rest an Selbstglaube dazu führte, dass er nun da ist, wo er jetzt war. Das war nicht viel, aber er war zumindest am Leben und war seit kurzem nun ein Ziffernagent.
Er schüttelte innerlich den Kopf. Wieder so ein Versuch vom Imperium, das Individuum zu neutralisieren. Wächter, Ziffern ... alles war in das System gepresst und das System sah keinen Individualismus vor. Es sei denn, man war Sith.
Tja, Sith. Sith waren eine Sache für sich.
Doch nun, da er ein Ziffernagent war, hatte er auch einige Privilegien. Diese fingen mit einem eigenen Schiff an. Eine ZX70 Phantom. Eines der edelsten Raumschiffe in der Galaxis. Schnell, wendig, tödlich. Es war nicht registriert und somit konnte er damit hinfliegen, wohin er wollte. Greyjoy konnte es kaum glauben, dass dies nun sein Schiff sein sollte. Erst als er am Bordcomputer dem Schiff einen Namen geben sollte, realisierte er, dass dies nun sein Schiff sein sollte. Es war eine schwere Wahl und doch, tippte er wie von selbst die Worte in das Feld >>Pardus versutia<<, der verschlagene Panther. Sicher, er war kein Sprachenexperte und jeder Fachmann für altertümliche Sprachen, wo auch immer in der Galaxis gesprochen, würde ihn dafür strafen wollen. Aber dies war sein Schiff und daher nannte er dieses Schiff aus tiefer Überzeugung so.
Kaliyo war durchaus beeindruckt von diesem schicken Stück Technik und der Agent überlegte, ob er Kaliyo nicht lieber im Auge behalten sollte. Er traute der Rattataki nicht, seit sie sich ihm angeschlossen hat. Nun, es war ja nicht so, als wenn er nichts mit ihr gemeinsam hätte. Er traf immer die für das Imperium bekannten, eiskalten Entscheidungen und schien so mehr und mehr Respekt von ihr zu erhalten. Dennoch war er sich sicher, dass sie ihm die Kehle durchschneiden würde, wenn sie einen eigenen Vorteil darin erkennen würde. Dennoch war ihm ein wenig Gesellschaft im Schiff durchaus angenehm, denn abgesehen von einem Borddroiden, der an irgendeinem devoten Komplex zu leiden schien, war das Schiff leer.

Er brauchte eine Crew. So oder so, brauchte er ein Team, welches mit ihm durch dick und dünn gehen musste. Eine Crew, der er vertrauen könnte und Kaliyo war nicht gerade der Inbegriff für Vertrauenswürdig.
Dann schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf, den er im ersten Moment für völlig Absurd hielt, ja für so verkehrt, dass er noch einen Schluck von seinem Drink nahm und sich fast an dem Afterburner verschluckte. Dennoch, um so mehr er mit diesem Gedankenkonstrukt spielte, um so klarer wurde ihm, dass dies sicherlich eine Option war.
Zaphija.
Sie war eine Sith oder eher eine Sith zur Ausbildung? Er war sich nicht sicher, aber seit er die reinrassige Sith hier auf Dromund Kaas traf, arbeiteten sie gemeinsam an einigen Missionen. Greyjoys Fähigkeiten als Feldsanitäter verschaffte ihnen mehr als einmal einen entscheidenden Vorteil, gerade wenn es darum ging, sich durch den Dschungel zu kämpfen.
Er erinnerte sich an den Kampf gegen Hadras oder wie er mit ihr die Republikanische Invasion verhinderte. Ein Biest, sondersgleichen und blutrünstig, dass er sich in Acht nehmen würde, ihren Lichtschwertern nicht zu nah zu kommen. Dennoch war es eine Idee und die Möglichkeit, die Reise nicht allein zu bestreiten.
Im Moment hatte er zwei Aufträge. Der erste war der komplexere von beiden. Die Bitte dieses Kopfgeldjägers, Informationen nach einer Frau namens Millysthra Farlen zu suchen. Dieser Narr hatte sich wohl mit ihr eingelassen und irgendein Verbrecher würde sie sich nun als schickes Carbonitwandgemälde halten. Fast nebenbei warf Greyjoy einen Blick zu den Tänzerinnin mit dem Sklavenhalsband und beschied, dass dies für diese Millysthra sicherlich das bessere Schicksal sein würde, als das, was diesen Tänzerinnin hier wiederfuhr.
Als er den rythmischen Bewegungen der Twilekk auf dem Podest folgte, trieben seine Gedanken ab und er überlegte, ob er sich nicht doch noch eine der Bedienungen mieten sollte um sich ein wenig körperlich zu verausgaben. Ein wenig Sex wäre jetzt nicht wirklich verkehrt. Er ließ seinen Gedanken freien lauf und genoss die Vorstellung, sich von zweien dieser Damen verwöhnen zu lassen. Er würde sich erst in Ruhe massieren lassen, eine ruhige Massage zur Entspannung, während er eine der Frauen für sich tanzen lies. Nur für ihn. Gerade als seine Gedanken in Richtung Massage mit happy End abdrifteten, verwandelte sein verstand diesen Traum in einen Albtraum. Wohlig fühlend, wollte er sich gerade auf den Rücken drehen, als er ihr Gesicht sah und surren einer Lichtschwertklinge hörte...Er schreckte hoch und keuchte
Zaphia Und schaute in das Gesicht der jungen Sith, die vor seinem Tisch stand... und das nächste Wort bereute er augenblicklich Crapp Sie wirkte sichtlich irritiert und schaute ihn fragend an.

Zaphia, das ist mein Name, ja und ich bin schon oft mit allerlei Flüchen belegt worden, aber so eine Begrüßung erhielt ich noch nie. Ist das bei Euch Menschen so üblich? Fragte sie mit süffisanter Stimme und Greyjoy war sich nicht sicher, ob sie nicht mit irgendeinem ihrer Machttricks genau wusste, was ihm gerade durch den Kopf geschossen ist. Sichtlich irritiert schaute er sie, fast ein wenig schuldig an, gewann dann aber sofort seine Sunnyboyfassung wieder und setzte sein elegantestes Lächeln auf.
Nein, ich war gerade nur in Gedanken und Ihr habt mich irritiert, da ich gerade an Euch dachte. Er vermied es zu erwähnen, dass sie in diesen Gedanken nicht bekleidet war und fuhr ungeniert fort, Wie die Geschicke des Universums es wollen, müsste ich nach Korriban und da lag es förmlich auf der Hand, Euch um Eure Begleitung zu bitten. Wer wäre besser geeignet, als eine Frau mit Eurer Geschichte. Zudem haben wir in den letzten Tagen einiges gemeinsam erlebt und da dachte ich mir, Ihr wäret der Idee unser gemeinsames Streben fortzuführen, nicht abgeneigt? Es war halb eine Frage, halb eine Feststellung und doch war Greyjoy sich nicht sicher, ob diese Idee wirklich zu seinen besten gehören würde.

Korriban, Shuttlelandeplatz .... ein Tag später

Sein Mantel flatterte im Wind, als er die Aussichtsplattform neben dem Shuttle betrat. Von hier oben hatte man einen atemberaubenden Blick hinab in die Canyons dieser Staub- und Felsenlandschaft. Der rötliche Sand tauchte den ganzen Planeten in ein dezentes orangerot. Der Flug in der Pardus versutia war unkompliziert und kurzweilig gewesen.
Zaphija und er hatten kein Wort mehr über seinen kurzen Ausrutscher in der Cantina verloren, auch wenn er noch ein wenig daran zu knabbern hatte. Greyjoy war kein Kind von traurigkeit und gab sich gern seinen Träumen und Fantasien hin und Frauen nach eigenem Bemessen zu benutzen, lag ihm förmlich im Blut. Dennoch verwunderte ihn Zaphijas erscheinen in diesem Traum. Auch wenn er es als Albtraum abtat, drehten sich durchaus ein paar seiner Gedanken noch immer darum, wie sie wohl unter ihrer weiten Robe aussehen würde und zudem wollte er schon immer mal erleben, was eine Machtbegabte im Bett anstellen konnte.
Irritiert schüttelte er den Kopf. Woran dachte er hier? Der arme Mann, der sich mit diesem Weib einlassen könnte, würde wohl eher qualen und schmerzen erfahren, als auch nur halbwegs guten Sex. Der Sunnyboy stand nicht auf Schmerzen im Bett, auch wenn er durchaus genoss, den Takt anzugeben, aber er hatte noch nie eine Frau beim Sex geschlagen.
Die Sonnenbrille in seinem Gesicht spiegelte die Sonne wieder, die gerade ihre Bahnen über diesen rötlichen Planeten zog, als Zaphija hinter ihm auftauchte.
Zur Akademie müssen wir hier lang. Der Weg ist nicht weit und hier in diesem Bereich auch nicht wirklich gefährlich. Weiter hinten sind ein paar Höhlen und Gräber, aus denen Ihr sicher nicht allein wieder rausfinden würdet. Ganz zu schweigen davon, dass Euch das Ungeziefer in diesen Gängen fressen würde, bevor ihr auch nur ansatzweise Euren Blaster gezogen hättet.

Da war es wieder, dieses süffisante in ihrer Stimme, dieser Tonfall, der ihn so irriterte. Las sie seine Gedanken oder mochte sie es einfach, ihn aufzuziehen und klar zu machen, was sie von nicht Machtsensitiven Wesen hielt?
Grey, Du wirst paranoid! Sagte er sich in Gedanken und dennoch umspielte ihre Lippen ein kurzes aufblitzen ihrer makellosen Zähne. Er schüttelte erneut den Kopf um diese Gedanken zu vertreiben.

Na wenn das so ist, dann lasse ich Euch gern den Vortritt. Nicht, dass mich hier noch die eine oder andere K'lor Schnecke frisst. Und Euch hoffentlich die Sandflöhe ärgern werden, fügte er in Gedanken hinzu.
Schnellen Schrittes begaben sich die Beiden in Richtung des riesigen Sith-Tempels. Auf ihrem Weg dorthin passierten sie ein paar Soldaten, die Schießübungen abhielten und ein paar Akolyten, die sich mit irgendwelchen Ausgrabungen beschäftigten.
Als die Beiden die Treppe zum Tempel emporstiegen, wurde dem jungen Mann erst langsam die gigantischen Ausmaße des Gebäudes klar. Riesige Säulen stützten den Eingangsbereich und ihn fröstelte. Selbst für ihn als nicht machtsensitiven war das Grauen, der Hass und die dunkle Seite der Macht hier greifbar.

Holo an mich selbst: Grey, diesen Planeten wirst Du nie wieder besuchen. Flüsterte er zu sich selbst. Die Sith an seiner Seite schaute ihn fragend an, Habt Ihr Angst? Und ein Grinsen umspielte wieder dieses kalte Gesicht.

Angst? Nein, Angst ist das falsche Wort. Viel mehr merke ich, dass der Ort hier und ich nicht die besten Freunde werden und für mein persönlichen Geschmack sind hier zu viele Irre, die sich für was besseres halten. Gab er bissig zurück. Doch auch diese Stichelei übersah oder überspielte sie gekonnt.
Als sie beide durch den Eingang in den Tempel trafen, bekam der Agent fast einen Kälteschock. War er eben noch von der heißen Sonne aufgeheitzt worden, schlug ihm nun die Eiseskälte eines Ortes in dickstem Stein, voller Hass entgegen. Fast eine Art von Grabeskälte, würde er meinen, wenn er es anders beschreiben müsste.

Auch wenn Ihr diesen Ort als Heimat ansehen wollt, so tut mir den Gefallen und lasst uns zügig von hier verschwinden. Bat der junge Agent mit angespannter Stimme, seine Begleitung. Er wusste nicht warum, aber der Eindruck, den er gerade von ihr bekam, machte ihm noch mehr Sorgen. Dass sie brutal zuschlagen konnte, war ihm schon öfter aufgefallen, aber diese Eiseskälte, die sie in diesen Hallen ausstrahlte, stellte selbst die dem Gemäuer eigene Atmosphäre noch in den Schatten.
Das wiederum weckte -neben seinen Argwohn diesem Orte gegenüber- seine Neugierde, was sie hier erlebt haben mochte. Bisher hatte er nur Gerüchte über die Ausbildung der Sith gehört. Er würde versuchen etwas über sie und ihre hiesigen Erlebnisse in Erfahrung zu bringen.

Darth Zhorrid war das Ziel. Sie war die Nachfolgerin von Darth Jadus, wenn der Ziffernagent es richtig verstanden hatte. Sein Auftrag lautete, sich bei ihr zu melden und weitere Instruktionen in Empfang zu nehmen. Mit jedem Schritt mehr, den er in diese Hallen tat, überkamen ihn weitere Zweifel und seine Stimmung fiel in den Keller. Verfluchtes Sith-Pack. Diese Brut tötete alles, was ihnen nicht in ihre verrückten Pläne passte und Greyjoy war mehr als unwohl zumute, schließlich musste er sich jetzt mit einer Sith zu einer Sith begeben.
Bei den Göttern, wo bist Du hier nur reingeraten? Fragte sich der Agent im Stillen selbst.
Die Eingangshalle wurde in knappen 20 Metern höhe von einer Galerie umgeben, die zu weiteren Gemächern oder Bereichen der Akademie führten. Zwei Treppen führten in steilen Stufen nach oben und Grey nahm die linke der beiden. Um klar zu machen, dass er dir Sache zügigst hinter sich bringen wollte, nahm er je zwei Stufen auf einmal und kam oben leicht außer Atem an.
Verdammt, Du solltest mehr Sport treiben, alter Junge und das nicht nur in der Horizontalen.
Dann entdeckte sein geschultes Auge die erste zarte Blume in diesen kalten Hallen. Eine junge Frau, knappe 20 Standardjahre alt, wohl proportioniert, drahtig und eine Augenweide. Jeder halbwegs klar denkende Mann musste sich einfach nach diesem Mädchen umdrehen. So kam es dem jungen Sunnyboy sehr gelegen, dass die Quartiere von Darth Zhorrid genau in der entgegengesetzten Richtung von der Kleinen lagen. Zielstrebig ging in er forschen Schrittes auf das Mädchen zu. Sie stand mit dem Rücken zu ihr und während Grey sich eine gute Ausrede ausdachte, warum er ausgerechnet sie nach dem Weg fragen würde, hob er den Arm, um ihr auf die Schulter zu tippen.
Das war ein Fehler und das was als nächstes Geschah, blieb ihm nur halb in Erinnerung. Das erste was geschah, war ein ruckartiges, atemberaubend schnelles umdrehen der so zierlichen Person und während er schon das Aufzischen eines Lichtschwertes vernahm, bekam er einen heftigen Schlag eines unsichtbaren auf die Brust, was den jungen Mann gute 15 Schritt zurück schleuderte. Die Luft wurde ihm aus der Lunge gedrückt, als er mit dem Rücken zuerst aufschlug und noch gute drei Meter weiter rutschte. Nicht genug damit, dass ihm alle Rippen schmerzten, blickte er nun aus seiner rittlings liegenden Position in die gelbe Klinge eines Lichtschwertes. Er wusste nicht, wie sie es geschafft hatte, doch schien sie mit irrsinniger Geschwindigkeit einen Sprung auf ihn zu gemacht zu haben und hielt ihm nun ihr Doppelklingigiges Lichtschwert unter die Nase. Das Brummen des Schwertes war für ihn so laut, als wenn er neben einem Schildgenerator stehen würde und die Energie, die von der Klinge ausging, kribbelte bösartig auf der Haut in seinem Gesicht.
Wage es nie wieder mich zu berühren, elender Wurm. Zischte das Mädchen, mit einer vor irrsinn verzogenen Grimasse. War sie vorher noch ein Juwel an Schönheit, so entstellte nun ihr Hass das so schöne Gesicht. Zur Beschwichtigung hielt Greyjoy seine Arm in einer ergebenden Position von seinem Körper gestreckt und blickte hilfesuchend zu Zaphija, die sich dieses Schauspiel bösartig lächelnd aus einiger Entfernung anschaute. Die junge Sith, die vor Greyjoy stand, bemerkte seinen Seitenblick und blickte kurz auf. Mit einem zischenden Ton, sagte sie zu Zaphija Passt auf Euer Spielzeug besser auf, sonst wird es zukünftig nicht mehr winseln können! Damit schien für die junge Frau die Geschichte erledigt zu sein. Sie deaktivierte Ihre Klinge und begab sich wieder zu ihren Gesprächspartnern.
Um ihn herum schien sonst keiner von diesem Zwischenfall Notiz genommen zu haben und er ließ resignierend den Kopf auf den Boden sinken. Er wusste nicht mehr, wieviele Augenblicke er dort liegen geblieben war, doch hörte er nach kurzer Zeit die amüsierte Stimme Zaphijas neben ihm.
Wollen wir jetzt Eurem Darth einen Besuch abstatten, oder wollt ihr hier noch ewig ausruhen?

Das ist heute ein echt mieser Tag. Gab Grey mehr zu sich selbst gewandt als Antwort und raffte sich auf. Schön, dass es wenigstens Euch amüsiert hat, wie dieses verrückte Weib mir fast ein drittes Augenloch in die Stirn gebrannt hätte. Gab er bissig von sich.
Oh, glaubt mir, das wäre noch das harmloseste gewesen, was sie mit Euch hätte anstellen können. Gab sie in einem ebenso bösartig, wie auch amüsierten Tonfall wieder. Grey überzog eine Gänsehaut. Alle Irre hier. Völlig durchgeknallt. Dachte er bei sich selbst, hielt es aber für besser in diesem Irrenhaus nicht laut darüber zu sprechen. Er klopfte sich demonstrativ seinen Mantel aus, auch wenn es hier in der Akademie sicher alles außer Staub geben würde -was in Anbetracht des allgemein sandigen Planeten schon eine Kunst war.


Belsavis, Imperiale Orbitalstation, Abflughangar.... einige Tage zuvor.

Chrondor hockte sich ab und untersuchte die Stelle, an der er Snips zuletzt liegen gesehen hatte. Ihr VIP-Armband hielt er in der linken Hand und lies es Gedankenverloren in der Hand kreisen. Verdammt, alter Mann, wie konntest Du das nur zulassen. Ihr Duft hing ihm noch immer in der Nase, ihre wärme an seiner Schulter, ihre kühlen Finger an seinem Handgelenk. Er versuchte sich zu erinnern, wie der Kampf stattgefunden hatte und sah vor seinem inneren Auge, wie sie zu Boden gestreckt wurde. Sah die Position des Schützen, der ihn von hinten erwischte. Es war nun 18 Stunden her und der Abflughangar war weitestgehend gereinigt worden. Ein paar schwarze Schmauchspuren zeugten noch vom Blasterfeuer. Dann hörte er ein Geräusch, dass ihn irritierte. Es war etwas, dass nicht mechanisch klang. Viel mehr klang es wie ... wie ein Tier. Ein Glucksen und Kratzen und der alte Mann erhob sich. Angestrengt lauschte er und versuchte die einzelnen Geräusche der Elektronik, Maschinen und anderen im Hangar klingenden Geräusche geistig auszublenden. Dann hörte er das Geräusch wieder und er machte vorsichtig einen Schritt in die Richtung, aus der er dieses Geräusch vermeintlich war nahm.
Da war es wieder. Es kam aus Richtung einiger Kisten, die an der Hangarwand standen. Er ging langsamen Schrittes auf die einzelnen Boxen zu. Ja, da war es. Leise aber ständig wiederkehrend. Es kam aus einer Lücke zwischen den Kisten und so nahm er vorsichtig eine Kiste nach der anderen vom Stapel um sie daneben zu stellen. Nach ein paar Boxen sah er die Quelle, den Ursprung dieser Geräusche und wich im ersten Moment einen Schritt zurück.
Es war ein Rakling. Eines jener Biester, die vor einigen Standardwochen auf Tattoine für Chaos sorgten und noch heute !!!!PLANETENNAME!!!!! zu einem Problemplaneten machten. Dann erkannte er den Kleinen wieder. Es war der selbe Rakling, den sein blauer Schatten groß gezogen und abgerichtet hatte. Aus irgendeinem Grund war dieser hier nicht mehr ansteckend. Zumindest erwähnte Snips nicht, dass sie noch immer Probleme mit der Seuche gehabt hätte. Eines ihrer Crewmitglieder hatte etwas entdeckt, einen Impfstoff oder ähnliches, was diesen kleinen Racker nicht mehr ansteckend zu machen schien.
So wie Chrondor den Kleinen erkannte, schien auch das Wesen vor ihm den blauen Mann wieder zu erkennen. Der Kopfgeldjäger ging in die Hocke und kam dem kleinen Tierchen wieder etwas näher.
Na Kleiner, was ist denn mit Dir los? Fragte er den Rakling, ohne mit einer Antwort zu rechnen und irgendwie auch, um sich selbst etwas Ruhe einzureden. Dann sah er das Problem. Abgsehen davon, dass der Kleine völlig verängstigt war, schien ihn wohl eine Blastersalve auf Höhe dessen erwischt zu haben, was man wohl bei dem kleinen Tier als Hüfte bezeichnen konnte. Wenn Du mich lässt, helf ich Dir, Kleiner. Aber Du musst mich Dich auf mein Schiff bringen lassen. Millystras Schiff war auf ähnliche Art verschwunden, wie die Agentin selbst. Aufzeichnungen zufolge, wurde es von einer Entermannschaft gekapert. Was auch immer hier vor sich ging, war eine ganz große Nummer. Wer auch immer dahinter steckte, hatte viele Credits fließen lassen.
Der Hühne von einem Chiss, beugte sich langsam über den Rakling und nahm das verletzte Tierchen vorsichtig auf den Arm. Ein heulender Klagelaut drang nur noch leise wimmernd an seine Ohren.
Ist gut Kleiner, ich bring Dich auf mein Schiff und dann flicken wir Dich wieder zusammen. Mako hat da ein paar medizinische Tricks auf Lager, die sicher auch Dir helfen können. Sprach er beruhigend auf den kleinen Rakling ein und stellte verwundert fest, dass sich dieser trotz der üblen Verletzung ein wenig entspannen zu schien. Hoffentlich hatte Mako eine Idee, Snips würde es garnicht gefallen, wenn der Kleine hier in die ewigen Jagtgründe eingehen würde. Er aktivierte sein Komlink. Mako, bereite die Krankenstation vor. Ich bringe einen Gast mit.

Sicher Boss. Welche Art von Verletzungen? Habt Ihr Millysthra gefunden? Kam die Stimme seiner jungen Begleiterin über Funk zurück. Blasterverletzung. Nein, es ist ein kleiner Rakling. Frag nicht Mako, bereite einfach alles vor. Der Kleine muss überleben. Sagte er mit soviel Nachdruck in der Stimme, wie er ohne den Kleinen zu beunruhigen von sich geben konnte. Es muss ein komisches Bild abgegeben haben, als der hühnenhafte blaue Kopfgeldjäger, mit diesem winzigen Rakling im Arm zum Schiff kam. Gault verzog angewiedert das Gesicht, Torian musste sich ein Grinsen verkneifen und Mako hatte dieses "ist ja süüüüüß" Gesicht aufgelegt.
Sie brachten das kleine Tier auf die Krankenstation und Mako versuchte die Schussverletzung zu versorgen. Krankenstationen machten den alten Mann unruhig, doch hatte er keine Wahl. Er musste die gesamte Behandlung über dort bleiben, denn jeder Versuch seinerseits den kleinen Raum zu verlassen, wurde mit einem Quietschen und Heulen des kleinen Raklings quittiert.
Tja Boss, ich glaube, ihr habt einen neuen Freund. Stichelte Mako ihn, nachdem sie dem verletzten Tier eine Nakose verabreicht hatte. Hmpf. Das hat mir gerade noch gefehlt. Sowie wir Snips wiedergefunden haben, wandert der Kleine wieder rüber auf ihre Phantom. Gab Chrondor ein wenig rauh zurück. Er wusste nicht was dieses kleine Tierchen von ihm wollte, aber ihm würde es fehlen noch so ein Ding an Bord zu haben. Nicht genug damit, dass er schon ein TaunTaun und einen Orosittich an Bord hatte, jetzt würde dieser Rakling wohl auch noch die nächsten Tage hier verbringen. Hoffentlich lies er den Vogel in Ruhe. Wenn das so weiter geht, streiche ich den Namen des Schiffes und schreib drüber "Galaktischer Zoo". Heute im Angebot "wer frisst wen". So vor sich hin grummelnd, verließ der Hühne die Krankenstation.

[...tbc]