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Booth
08.08.2012 , 08:12 AM | #506
Sorry für Off Topic
Quote: Originally Posted by Berongar View Post
Was war eigentlich das so oft zitierte Mass Effect 3 Desaster?
Das bei einem 30-40 Stunden Spiel die letzten 15 Minuten von relativ vielen schlicht als ziemlich scheisse gewertet wurden, wohingegen die 30-40 Stunden davor von den allermeisten als ziemlich gut oder sogar richtig klasse gewertet wurden (vorausgesetzt man mochte ich die vorherigen Teile, da es zwar wieder einige kleine Änderungen gab, aber insgesamt ein recht ähnliches Spielerlebnis vorhanden war).

Daß das Ende bei einem Abschluß einer Trilogie als schlecht gewertet werden konnte, dürfte bei den Betroffenen natürlich einen faderen Beigeschmack hinterlässt, als nach einem Einzelspiel. Was dann wieder daraus veranstaltet wurde,war schon... krass. Sie haben das gesamte Spiel quasi in Grund und Boden gewertet, und einen Kreuzzug begonnen. MIt dem Ergebnis, daß es ein erweitertes Ende als kostenslosen Download gibt, welches das bestehende Ende etwas erläutert hat, da es einige offenbar nicht ertragen haben, daß die Autoren es sehr nebulös gehalten haben und zudem am Ende in eben jenen letzten 15 Minuten eine Art Deus-ex-Machina-Charakter einführten.

Ich selber fühlte mich bei diesem (noch nicht erweiterten) Ende ein wenig an den Film 2001 erinnert, und obwohl es mir sehr gefiel (weil ich solche Enden prinzipiell mag, wo meine Gedanken eher angeregt, als beruhigt werden), musste ich eingestehen, daß es zu DIESER Trilogie nicht wirklich passte - aber "schlimm" fand ich es nun wirklich nicht. Warum passte es zu dieser Trilogie eher nicht?! ME findet zwar insgesamt storytechnisch für ein PC-Spiel auf hohem NIveau statt, ist aber letztlich dennoch eine eher seichte Erzählung, die richtig komplziert-philosophische Themen meist nur andeutet, und auch auf Grund der Spielmechanik nicht gerad allzu progressiv ist. Daher wäre ein sehr viel konkreteres Ende sicher passender gewesen, da das erste Ende zudem kaum auf die Gefährten bzw die konkrete Entwicklung der Galaxie einging und zudem einige Fehlinterpretationen zuließ (wie halt bei jedem sehr metaphorischen Ende). Das erweiterte Ende dürfte für einige einen besseren "Abschluß" darstellen, da nun gewisse Zukunftsaussichten überhaupt erst thematisiert werden... aber anders wurde es durch die Erweiterung nicht - insbesondere der Deus-Ex-Machina-Charakter blieb quasi unverändert.

Es ging also bei dem "Desaster" um einen Storyteil, der von der Zeit her etwas weniger als 1% des gesamten Spiels ausmachte

Angeführt wurde dann (wie Du oben lesen kannst) insb. die Unzufriedenheit, daß durch dieses nebulösere Ende ja weitere Inhalte dann evtl besser verkauft werden könnten. Komisch... damit müsste diese Klientel eigentlich alle Fortsetzungsgeschichten oder Serien ablehnen, insb. alles, was sogar inhaltlich echte Cliffhanger bietet.

Ich selber glaube übrigens nicht, daß der Grund für das nebulöse Ende darin zu finden ist, daß man anschließende DLCs "besser" verkaufen kann. Die kann man so oder so ganz gut verkaufen, wenn einem das Spiel zuvor gefiel. Ich glaub tatsächlich, daß einer der Autoren sich ein wenig verrannt hat, was bei allen Autoren dieser Welt mal passieren kann.
"Look, everybody always figures the time they live in is the most epic, most important age to end all ages. But tyrants and heroes rise and fall, and historians sort out the pieces." (Jolee Bindo)
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