Please upgrade your browser for the best possible experience.

Chrome Firefox Internet Explorer
×

I-III vs. IV-VI

desercitus's Avatar


desercitus
05.02.2012 , 01:07 AM | #1
Es klang bereits recht deutlich in dem Thread „Remake Episoden IV-VI“ an, und da ich nirgendwo eine Aussprache dieses Themas finden konnte, soll es hier angesprochen werden, auch wenn damit ein ewiger und bis dato ungelöster Konflikt in dieses Forum getragen wird.

Wie im Titel angedeutet, soll es hier um eine sachliche(!) vergleichende Kritik der Star Wars-Episoden I-III und IV-VI gehen. Ausschweifende Polemik und nicht begründete Statements sind unerwünscht.

Es scheint sehr populär geworden zu sein, die neueren Episoden zu verdammen, in Grund und Boden zu fluchen, als fatalen Fehlgriff abzutun, der das Andenken an die alten Klassiker unrettbar besudelt. Das nachzuvollziehen fällt mir sehr schwer. Ich möchte niemandem seinen persönlichen Geschmack zum Vorwurf machen, es gibt viele Gründe, die alten Episoden um Längen besser „zu finden“, seien es Nostalgie oder „das Feeling“ oder tausend andere Gründe. Ich möchte lediglich an den Unterschied zwischen „es gefällt mir“ und „es ist gut“ ermahnen. Dass mir eine Trilogie besser gefällt, heißt nicht, dass sie auch besser ist.

Es wird an der Prequel-Trilogie I-III oft kritisiert, dass zu exzessiver Gebrauch von Animation, Computertechnologie, Greenscreen, etc. gemacht wurde. Weite Szenenbilder wurden per Computer eingefügt, das Lichtschwert bei jedem Anzeichen von Gefahr gezogen, zahlreiche Figuren erst in der Nachbearbeitung eingefügt. Die klassische Trilogie sei da maßvoller gewesen, heißt es oft, wodurch vor allem die Macht und das klassische Jedi-Werkzeug, das Lichtschwert, sehr viel geheimnisvoller daherkommen. Das Lichtschwert werde der Gefährlichkeit dieser Waffe angemessen seltener zum Einsatz gebracht, es ist eine exotische Waffe. Und natürlich ist das beklemmende Gefühl, als Darth Vader den imperialen Offizier mit dem Machtwürger Respekt vor seiner „Religion“ beibringt, unnachahmlich und kann so nicht von den Prequels geliefert werden, wo die Macht jeden Handgriff der Hauptcharaktere begleitet.
Aber: Ist das schlecht? Natürlich ist die Macht in einer Galaxis, in der knapp zehntausend Jedi herumlaufen, nicht so ein Mysterium wie in einer, in der sie praktisch ausgelöscht sind, es nur noch eine Handvoll Machtanwender gibt. Dass die Macht hier entmystifiziert wird, ist eine vollkommen logische Konsequenz aus den äußeren Umständen.

Mit dem Lichtschwert verhält es sich ähnlich. Zu Zeiten der Galaktischen Republik war das Lichtschwert als Erkennungsmerkmal der Jedi Respekt einflößend, als Zeichen der Macht wirkt es nicht selten konflikthemmend. Aus bereits genannten Gründen kann es auch nicht mehr die exotische Waffe von damals sein. Somit war es für einen Jedi zur Zeit der Republik unbedenklich, ja geradezu gewöhnlich, sein Lichtschwert immer griffbereit zu haben. Angesichts der Zustände in der Galaxis, angesichts eines sich entwickelnden Krieges, war es sogar gefordert.
Ganz anders zu Zeiten des Imperiums. Hier sind die Jedi Geächtete, die immer darauf achten müssen, sich nicht zu verraten und Konflikten aus dem Weg zu gehen. Sie haben sehr viel seltener Verwendung für ihre Waffe.
Natürlich spielt hier die Technik auch eine Rolle. In den 70er- und 80er-Jahren war es natürlich um ein vielfaches schwieriger, ein Lichtschwert auf die Leinwand zu bringen, weshalb dessen Einsatz erzwungener maßen sparsamer ausfiel. Um die Jahrtausendwende hingegen war es kein Problem mehr, das Lichtschwert überall aufflammen zu lassen, wo es passend erschien, womit großartige Lichtschwertduelle wie das gegen Darth Maul oder von Anakin Skywalker gegen Obi-Wan Kenobi möglich wurden. Vor allem letzteres bietet eine Untermalung der Situation durch den Schauplatz, wie sie in der klassischen Trilogie niemals möglich gewesen wäre. Und wie ich bereits ausführte, steht der Kontrast im Gebrauch der Lichtschwerter in keinem Kontrast zur Story, sondern wird durch sie bestens gedeckt; er ist logisch.

Sehr offensichtlich sind die Ungereimtheiten, die zwischen den Trilogien entstehen: Luke Skywalker erwirbt binnen weniger Jahre Fähigkeiten, für die nach den neuen Episoden sein ganzes bisheriges Leben nötig gewesen wäre, Ben Kenobi ist zum Zeitpunkt seines Todes als der „alte“ Jedi-Meister keine 60 Jahre alt, usw. Dass man hier eine elegantere Verknüpfung hätte herstellen können, stellt einen Kritikpunkt an den Prequels dar, den ich so nicht widerlegen kann. Das hätte man besser machen können. Lediglich als Einschränkung ist festzustellen, dass es bei kleinen Ungereimtheiten bleibt und keine wirklichen Brüche entstehen, die das Storykontinuum zerstören.

Noch was: Kann mir irgendwer erklären, was alle gegen Jar Jar haben? Er ist sicher kein überaus genial konstruierter Charakter, aber ein Griff ins Klo scheint mir doch was anderes zu sein.
So viel zu den Kritikpunkten an den Prequels.

Die Story … nun. Die klassische Trilogie ist relativ unstrittig ein (SciFi-) Märchen, man kann es auch ein Heldenepos nennen. Die Prequel-Trilogie scheint mir eher eine Tragödie zu sein. Beide Trilogien sind in ihrer Gattung sehr gut, keine Frage. Aber was bewegt sich wohl auf höherem Niveau?
Dass ich die Tragödie, besonders im Hinblick auf Die Rache der Sith, als tiefgehender und bewegender empfinde, sei als meine persönliche Meinung dahingestellt.
Die Story im Detail gefällt mir bei beiden Trilogien sehr gut, nur bei der klassischen Trilogie musste ich doch manchmal den Kopf schütteln. Die Rebellen sprengen völlig bedenkenlos eine Raumstation mit tausenden unschuldigen Menschen an Bord in die Luft (Nein, nicht jeder Imperiale ist ein Verbrecher gegen die Menschlichkeit und Nein, ich sage damit nicht, dass die Zerstörung des Todessterns verwerflich war. Man sollte sich nur des Problems bewusst sein und nicht einfach in Jubel ausbrechen.). Eine Bande kannibalischer und ganz offenkundig barbarischer Miniteddys steht plötzlich auf der Seite der Guten und besiegt mit steinzeitlicher Technik die bestausgerüsteten Elitetruppen des Imperiums. Außerdem kam mir das Finale von Eine Neue Hoffnung doch etwas schal vor. Die riesenhafte Raumanlage hat einen kleinen Punkt, in den du eine Rakete schießen musst, und Sekunden später explodieren alle (bewusst niedrig geschätzten) 14 Kubikkilometer? Und natürlich ist Luke, der beste (?!?) Pilot der Rebellen, der gerade zum ersten Mal im Weltraum fliegt, der einzige, der es bis zu diesem Punkt schafft, und trifft auch prompt. Egal, sicher gibt es in den Prequels ähnliche Stellen, die mir nur nicht aufgefallen sind.
Die klassische Trilogie hat zwar keinen Charakter der Tiefe eines Anakin Skywalker so deutlich beleuchtet, aber dafür bleibt ja noch Han Solo als Trostpflaster. Unvergleichlich.

So. Mehr fällt mir gerade nicht ein, haut rein, Leute.

Möge die Macht mit Euch sein.
Möge die Macht Euch befreien.
Es gibt keine Gefühle, nur Frieden.
Es gibt keine Unwissenheit, nur Wissen.
Es gibt keine Leidenschaft, nur Gelassenheit.
Es gibt keinen Tod, nur die Macht.

Morbio's Avatar


Morbio
05.02.2012 , 02:22 AM | #2
Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Noch was: Kann mir irgendwer erklären, was alle gegen Jar Jar haben? Er ist sicher kein überaus genial konstruierter Charakter, aber ein Griff ins Klo scheint mir doch was anderes zu sein.
So viel zu den Kritikpunkten an den Prequels.
Liegt vielleicht daran, dass er in Ep1 zu viel Albernheiten verbreitet, was mitunter etwas nervig daher kommt. Es ist, wie mit einem Actionfilm, indem die Hauptchars todernst sind, sie aber einen nervigen Gesellen dabei haben, welcher von einem Fettnäpfchen ins Nächste tritt um den ernst der Lage künstlich aufzulockern.
In Epi1 geht er mir auch auf den Senkel, das muss ich zugeben.
Ab Epi2, wo man ihn "runtergeschraubt", findet er mehr Anklang. Vor allem, weil JarJar in Abwesenheit von Senatorin Amidala vor dem Senat für Sondervollmachten für den Kanzler warb. Amidala hätte das wohl eher nicht getan und JarJar ist Palpatine auf den Leim gegangen. Da ist er eine Schlüsselfigur zur Machterlangung des von uns allen geliebten Imperators *harharhar*

Was den Rest angeht:
Ich kann da eigentlich nicht viel zu schreiben. Ich war ein Riesenfan von Epi4-6 und bin es noch heute. Und ich bin ein Riesenfan der "Neuen" Teile.
Im Gegensatz zu vielen anderen, beführworte ich das "aufpeppen" der alten Trilogie durch technische Zusätze, da sie die alten Teile mit den neuen angleichen. Ich bin sogar der Meinung, dass man die Raumschlachten der alten Trilogie noch etwas gewaltiger machen könnte, damit sie der Anfangsschlacht von Epi3 in nichts nachstehen.
Ich gebe zu, dass ich aber etwas skeptisch darüber bin, dass man am Ende von Epi6 den alten Vader-Darsteller als Geist durch Hayden ersetzt hat (Anfangs fand ich die Idee nicht schlecht). Als Luke seinem Vater die Maske abnahm, sah mein sein gealtertes, blasses Gesicht und als Vaterfigur Lukes und Leias, hätte man den Original-Darsteller beibehalten sollen.
Hayden als Geist zu sehen wirkt in meinen Augen nicht (mehr).
Natürlich kenne ich die Erklärung, dass der junge Anakin der dunklen Seite verfiel und man im Grunde seine Seele "zurückgespult hat" vor die Zeit der dunklen Seite. Aber Vader hat sich nunmal im "Alter" gegen die dunkle Seite entschieden und ist zurück zur Hellen gewandert. Es ist meiner Meinung nach, auch irgendwie ein Schlag ins Gesicht des alten Darstellers.


Nevertheless: Ich liebe Star Wars 1-6 und wenn es nach mir ginge, könnte es ruhig weitergehen mit Episode 7-9 und 10-12...von mir aus noch eine Verfilmung zu Zeiten "The Old Republik" und eine Umsetzung Darth Banes Regel der 2....dazu noch die Realserie.
NEPHILIM
Server RP/PvE: "Venjervalis Chains"
Imperial? Bewerbt Euch hier