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[Charstory] Der Preis eines neuen Lebens

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[Charstory] Der Preis eines neuen Lebens

Iskarien's Avatar


Iskarien
02.03.2012 , 12:42 PM | #1
[OOC]
Die ersten Teile einer Geschichte für einen meiner Charaktere in SWTOR. Ich hoffe, sie kann euch gut unterhalten und gefällt beim Lesen!

Und hey, wenns euch gefällt, oder ihr mir sagen wollt, was für einen Müll ich da getippt habe, ich freu mich über Rückmeldungen!


Aber.. fangen wir mal an.
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Entscheidungen

Er hatte befürchtet, dass es laut sein würde. In Gedanken hatte er sich bereits ausgemalt, wie das Blut sprudeln würde, während der Soldat schreiend zu Boden ging. Die warme, rote Flüssigkeit an seinen Händen hatte er schon gefühlt, ebenso wie den harten Stich in seiner Brust der ihm sagte: Du hast getötet.
Stattdessen geschah es ganz leise. Das Messer sank präzise in den Hals seines Ziels. Der Mann wirke überrascht, hatte die Augen vor Schreck geweitet, und doch entfuhr seinen Lippen kein Wort. Lautlos taumelte er nach hinten als Demios das Messer losließ, griff sich an den Hals und ging mit leisem Poltern zu Boden. Der erwartete Schock, der Stich im Gewissen - beides blieb aus. Fassungslos sah Demios an sich herab, suchte seine Kleidung nach Spuren seiner Tat ab. Kein Blut, nichts. Nur der Tote auf dem Zimmerboden. Es tat ihm nicht leid und er wusste nicht einmal, wieso. Dieser Mann hatte ihm nichts getan, im Gegenteil. Er hatte sich einfach nur das falsche Haus ausgesucht, um eine Waffe auszupacken.
Eine Explosion, ganz nah an ihrem Haus riss ihn wieder aus den Gedanken. Der Kampf tobte immer noch. Es war noch nicht vorbei. Er hatte noch einiges zu tun, wenn er hier heil herauskommen wollte, das war ihm so bewusst wie nur selten etwas in seinem Leben. Demios bückte sich, schloss einen Augenblick die Augen, und entriss dem Toten schließlich seinen Langstrecken-Blaster. Das Gewehr klapperte und er musste kein Waffenexperte sein um zu wissen, dass es kaum mehr als zusammengeflickter Elektroschrott war auf den krakelig das Zeichen der hiesigen Widerständler gekritzelt worden war. Noch während er die Treppen hinauf rannte, um in bessere Position zu kommen, lud er das Gewehr durch. Eine weitere Explosion ließ ihn stolpern, wobei er sich schmerzhaft das Knie an einer Stufe schrammte. Oben im Schlafraum angekommen erwartete ihn der selbe seltsame Anblick wie im unteren Stockwerk. Alles schien normal. So, wie jeden Tag. Der einzige Unterschied war, dass draußen Feuer brannten und die Luft seltsam nach Rauch stank. Kalter Wind pfiff durch das zerbrochene Glas des Fensters. Das war kein gewöhnlicher Tag, ganz egal, wie oft er es sich noch wünschte. Oder - wünschte er sich das überhaupt?
Um sich nicht weiter mit seinen konfusen Gedanken befassen zu müssen, trat er ans Fenster, legte das Gewehr an, und blickte durch den Sucher. Er hatte noch nie ein Gewehr bedient, aber er hatte oft genug dabei zugesehen um sich sicher zu sein, was er tun musste.
Vor dem Fenster, auf der Straße, tobte das Chaos. Flüchtende Menschen rannten in Panik durch die Gassen, suchten nach Deckung in diversen Trümmerhaufen, die einst Gebäude und Mauern gewesen waren. Wieder andere standen einfach fassungslos hinter den Fenstern der Häuser die das Bombardement und die anschließenden Kämpfe überlebt hatten. Sie sahen zu, wie ihre Heimat in Flammen aufging. Warum weinten sie?, fragte er sich. Es gab hier nichts als Dreck, und noch mehr Dreck. Hatten sie sich tatsächlich mit dieser jämmerlichen Existenz bereits abgefunden, dass sie darum fürchteten?
Verzweifelt hatten Widerständische Trümmer und Felsbrocken aufgetürmt, oder sich in den leerstehenden zivilen Häusern verschanzt, um wenigstens etwas Deckung vor den Imperialen Truppen zu haben. Sie sahen nicht, was er von hier oben sah - nämlich das sie heillos in der Unterzahl waren, und sie ihr Schicksal nur hinauszögerten. Die Rebellen glaubten noch immer, dass sie dem Imperium etwas entgegenzusetzen hatten. Aber das stimmte nicht. Es war nicht aufzuhalten. Nicht ohne die Truppen der Republik, Truppen, die niemals kommen würden. Er hatte es stets gesagt, und nun hatte er das bestätigt, was ihm sonst keiner glauben wollte: Sie waren der Republik schlichtweg egal.
An der Hauptstraße entdeckte er ein dutzend imperiale Trooper die sich weiter vorgewagt hatten als ihre Kameraden, nun aber vom Rest abgeschnitten worden waren. Die Widerständler hatten eine Hütte gesprengt und die Zufahrt blockiert um den Troopern den Rückzug unmöglich zu machen. Nun waren die Soldaten in ein hitziges Feuergefecht verwickelt, das sich, so vermutete er, wohl nicht zu ihren Gunsten entscheiden würde. Beschuss kam von allen Seiten, nahezu willkürlich schienen die Widerständischen an den Fenstern der Häuser aufzutauchen und ihre Schüsse abzugeben.
Wieder ein Dutzend Menschen, das diesen Abend nicht erleben würde. Ein dutzend Menschen, die nicht nach Hause zurückkehren würden. Und warum nicht? Weil ein paar Narren versuchten zu retten, was es nicht wert war, gerettet zu werden. Sie erkauften sich Zeit, auf Kosten von Leben. Demios‘ Finger berührte den Abzug. Er hatte von hier aus gute Sicht auf die Trooper, selbst auf die zwei, die gerade hinter einer metallenen Lagerkiste in Deckung gegangen waren. Aber sie waren nicht sein Ziel. Das Visier wanderte zu dem Haus gegenüber, an dessen Fenster bereits mehrfach ein in einen Mantel gehüllter Kämpfer erschienenen war. Als selbiger ein weiteres Mal aus der Deckung hervor lehnte um zu zielen, legte sich Demios‘ Fadenkreuz wackelig auf den breiten Brustkorb. Es erklang ein leises Klicken, ehe sich der Abzug unter Demios‘ Finger ganz durch bog.

Er hatte seinen Pfad gewählt.

Zum Teufel mit der Republik.




„Wer hat den Saftsack mit den Detonatoren erledigt?“ fragte Captain Erian Schäfer seine Männer, wobei er schreien musste, um bei dem ganzen Lärm noch gehört zu werden. Das Comm-System war längst ausgefallen – irgend ein Idiot hatte die Sende-Relais bombadiert, statt das von ihm gewünschte Lagerhaus. Es war verflucht schade, dass gerade dieser Abwurf daneben gegangen war, denn laut ihren Berichten hatten sich in diesem Lagerhaus die meisten Widerständischen verschanzt. Das, was ihnen hier entgegen stand waren nur ein paar Verrückte mit Waffen. Leider änderte das wenig daran, dass sie gefährlich waren. „Keine Ahnung, Sir, ich wars nicht!“ rief einer seiner Soldaten, als er über die Straße hechtete und zu ihm in Deckung sprang. „Was soll das heißen, sie waren das nicht? Sie waren der Einzige mit freiem Schussfeld!“
„Freiem Schussfeld? Den Trümmerhagel und den ganzen aufgewirbelten Staub nennen Sie freies Schussfeld, Sir?“
„Na gut, Na gut, dann war es eben jemand anderes. Aber wer? Ich dachte Trupp Vier zog es vor sich um die Bunker im westlichen Teil der Stadt zu kümmern?“ Er sah wie der andere Soldat seinen Blaster in den Schnee steckte um ihn abzukühlen ehe er ihm zu nickte. „Ja, Sir, sie sind weitermarschiert. Wir sollten hier alleine wieder raus finden. Zu riskant, uns zu holen.“ Das wusste er zwar selbst, aber es waren Worte die Schäfer einfach nicht gerne hörte. Vielleicht war es das, was ihn animierte aufzustehen, und einfach in die Richtung zu schießen, in der er die Position des letzten Schützen vermutete der sie unter Beschuss hielt.
Nur dem auftretenden Schneegestöber war es zu verdanken, dass ihn das plötzliche gegnerische Sperrfeuer nicht erwischte, ehe er sich wieder hinter den herabgestürzten Stahlpfeiler verkroch. „Verflucht!“
„Sie sagen es Sir! Zudem sind Benot und Hajen noch da vorne. Meinen Sie, die leben noch?“ Die Stimme des Soldaten klang besorgt – zu besorgt, fand er. Ein nervöser Soldat war ein unruhiger Soldat, und ein solcher machte Fehler die meistens tödlich endeten. „Aufstehen Soldat, ich denke es ist an der Zeit unseren Kameraden aus der Patsche zu helfen! Los!“ Beide sprangen auf, über den Träger, der ihnen eben noch Deckung gegeben hatte, hinweg und sprinteten durch den Schnee. Der Boden war bedrohlich rutschig unter ihren Füßen und Schäfer beschloss, sein Stiefelprofil als Trophäe an seine Kabinenwand zu nageln, wenn er das überlebte.



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Es war nur ein Augenblick. Eine Sekunde, ein Atemzug, und dennoch war sich Demios der folgeschweren Konsequenzen dieses einen Moments vollkommen bewusst. Er würde nie wieder mit Jarren in der Cantina sitzen und über schlechte Witze lachen. Er würde nie wieder hinab in die Mienen steigen, um in eisiger Kälte Maschinen zu reparieren. Er würde nicht einmal mehr Miss Zulan morgens grüßen, wenn er schwer bepackt seinen Weg in die Berge antrat. Das war Vergangenheit. Am meisten gefiel ihm die Tatsache, warum es Vergangenheit war: Weil er es so gewollt hatte. Weil er etwas getan hatte, das niemand von seinen Freunden gewagt hätte. Sie glaubten, mutig zu sein, weil sie sich dem Imperium entgegenstellten? Er würde ihnen zeigen, was wahrer Mut bedeutete.
Das Nachladen des Gewehrs stellte sich als umständlicher heraus, als er erwartet hätte, daher musste sein zweiter Schuss sich gedulden, bis die Energiezelle schließlich wieder einrastete. Als sein Sucher sich wieder korrekt auf die Entfernung fokussierte wurde ihm klar, wie sehr sich die Situation in den wenigen Sekunden seiner Ablenkung verändert hatte. Zwei der verbliebenen vier imperialen Trooper hatten sich ihrem Feind stark genähert. Einer von ihnen war offensichtlich getroffen worden, denn er stützte sich auf seinen Kameraden, hatte auch nur mehr eine Blasterpistole in der einen Hand, statt des schweren Blastergewehres. Demios zoomte heraus und staunte nicht schlecht, als er die anderen erblickte. Wild nach vorne feuernd stürmten zwei Soldaten, wilden Hunden gleich, über das offene Feld. Sie schafften es ungedeckt zum Rest des Trupps aufzuschließen, wobei einige Schüsse an ihren imperialen Körperpanzern abprallten. Pures Glück, dachte Demios und rückte das Gewehr zurecht.

„Gah! Verflucht ist das heiß!“ schrie Londek auf als er getroffen wurde und sich der Schuss tief in den Brustpanzer schmolz. Captain Schäfer lachte stattdessen auf, wie vom Wahnsinn besessen, und schüttelte seinen Blaster als dieser vom Dauerfeuer überhitzte. „Lasst sie doch feuern! Sie haben uns nichts entgegen zu setzen!“ Als wollten die Rebellen seinen herausfordernden Ruf beantworten trafen ihn gleich mehrere Schüsse quer über die Panzerung verteilt, und nicht überall hatte das Metall standgehalten. Dennoch stürmte er ungerührt weiter, wissend, dass er sterben würde sobald er auch nur eine Sekunde zögerte.
Als er bereits glaubte den Bogen seines Glücks überspannt zu haben tauchten plötzlich die Umrisse von zwei Troopern im Schneegestöber auf. Seine Trooper! Hätte er noch die Kraft dazu gehabt, hätte er nun aufgejubelt, stattdessen warf er sich nach vorne, einem Schuss ausweichend, der seinem Helm angedacht war, und kam hart auf dem gefrorenen Boden des Mienenplanets zum Liegen. Londek ging neben ihm auf ein Knie, legte seinen Blaster an und feuerte einige gezielte Schüsse in die Wirren des aufkeimenden Schneesturmes. Es wurde wirklich von Sekunde zu Sekunde schlimmer, und Schäfer war sich nicht sicher, ob das nun gut oder schlecht für sie war. Es nutzte nichts, nicht erschossen zu werden, wenn man stattdessen erfror. „Was gäbe ich für ein Thermalvisier…“ knurrte der Soldat zu seiner rechten dumpf in seinen Helm. Schäfer stieß ihn mit dem Ellenbogen um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Die anderen beiden waren nur wenige Schritte entfernt, aber Kälte und Angst schienen sie in ihrer schlechten Position festgefroren zu haben. Wenn sie nicht bald aufschlossen war es zu spät.


„Verdammter Schnee!“ fluchte Demios lautstark, und schlug das Gewehr an den Fensterrahmen. Er hatte jetzt nicht die Seiten gewechselt, um anschließend dafür aufgeknüpft zu werden, nur weil das Imperium das Wetter nicht bedacht hatte. Mit einem leisen Seufzer ließ er sich an der Wand hinab rutschen, um wenigstens nicht den kalten Wind um Gesicht zu haben während er überlegte. Das konnte einfach nicht wahr sein. Während er gedankenverloren auf das Gewehr starrte, fiel ihm ein kleiner Draht auf, der lose von der Halterung des großen Suchers hing. Mehr aus Gewohnheit als aus irgend einer anderen Motivation heraus packten seine Finger den Draht und fanden eine passende Öffnung, wo sie selbigen hinein steckten. Er hatte mit keiner Reaktion des Gewehrs gerechnet, und es gab auch keine. Nur ein leises Pfeifen rief seine Neugierde auf den Plan. Draußen rumpelte und polterte es, als würden sich die verfeindeten Parteien nun mit Detonatoren bewerfen, als er das Gewehr anhob und prüfend durch den Sucher sah. Wo die Anzeige zuvor bläulich gewesen war leuchtete sie nun in hellem Grün, und der Teil seines Beines, der ins Bild stand, glomm in dunklem rot. Ein Thermalscanner? Demios konnte nicht anders, als vergnügt aufzulachen. Dieses ausgemusterte Schrott-Ding hatte einen Thermalscanner!

„NEIN!“ wieder explodierte ein Thermaldetonator, und diesmal traf der Sprengkörper sein Ziel. Gerade hatte er Hajen und Benot gerettet, da musste Captain Schäfer mit ansehen wie Londek in Stücke gerissen wurde. Grotesk surreal kam es ihm vor, als Teile seiner dunklen Rüstungsplatten wie tödliche Geschosse durch die Luft wirbelten, und sich ein paar Schritte neben ihm in den Boden bohrten. „Ich bring euch um, ihr Hunde!“ Es passierte nicht oft, dass Schäfer die Fassung verlor und sich von seinen Emotionen leiten ließ. Aber wenn ein zerfetzter Kampfgefährte kein guter Grund dafür war – was dann? Blinde Wut begann durch seine Adern zu pochen, und er konnte fühlen wie das Adrenalin seine bisherigen Wunden betäubte. Es machte ihm nichts aus hier zu sterben, wenn der dafür wenigstens zwei seiner Männer retten konnte. Wieder sprang er aus der Deckung vor, den Blaster fest in den Händen, und stürmte seinen Gegnern entgegen.
Hajen zog Benot, dessen Bein inzwischen blutüberströmt war und eine Spur im Schnee hinterließ, in die Höhe, so, dass sie beide Feuern konnten um ihrem Captain Feuerschutz zu geben. Trotz allem wurde dieser von einem Widerständler überrascht, der hinter einer Kiste hervorsprang und mit einer Vibroklinge ausholte um ihm den Rest zu geben. Wie in Zeitlupe sah Schäfer wie er den eigenen Blaster herumschwenkte, versuchte ein Loch in die Person zu schießen, die da auf ihn zu sprang, aber er wusste, dass er zu langsam war. Plötzlich schoss ein Donnern durch die Luft, und der Mann wurde samt seiner Klinge weit nach hinten geschleudert, wobei er ein paar Kisten mit riss. „Was zum-„ begann er, duckte sich dann jedoch reflexartig als ein roter Strahl über seine Schulter zischte. Erst hatte er geglaubt, der Schuss hätte ihm gegolten, aber ein heller Aufschrei aus der Position der Widerständler belehrte ihn eines besseren. Jemand war ihnen zur Hilfe gekommen – nur wer?
Taumelnd bahnte er sich den Weg weiter vor, dieses Mal vorsichtiger als in seinem Wutrausch und hoffte, dass der zielsichere Beschuss des Unbekannten ausreichte, um sie hinter ihrer Deckung beschäftigt zu halten...


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Es war leichter mit jedem Schuss. Der Finger bog sich, das Gewehr donnerte und der Kolben prallte ihm gegen die Schulter. Und dann erlosch einer der roten Umrisse in seinem flimmernden Thermalvisier. Wenn man die Menschen auf digitale Bilder reduzierte war es wirklich kein Problem mehr, sie zu töten. Noch bevor er bei seiner siebten und letzten Energiekammer angelangt war gingen ihm die Ziele aus. Sehr wohl wusste er, dass sich zwei oder drei der Widerständler noch hinter der kleinen Mauer am Ende der Straße aufhielten, aber er hatte schlichtweg keine Chance, sie zu treffen. Nicht mit diesem Gewehr, nicht von hier aus. Nun hatten die Trooper deutlich bessere Chancen, aber er konnte sich ausmalen, wie gefährlich es für Bodentruppen sein musste, in diesem Schneesturm vorzurücken. Sie wussten schließlich nicht, was er wusste. Sie konnten nicht die schwach glühenden Pünktchen hinter der Hüfthohen Mauer sehen.


Schäfer musste es versuchen. Hajen ein Zeichen gebend, dass er die rechte Seite decken sollte, während sie vorrückten packte er seinen Blaster fester, und nutzte die rechte Hand um das Vibromesser aus seinem Gürtel zu ziehen. Jetzt, da er wusste, dass ihm irgendjemand über die Schulter sah, und offensichtlich die Möglichkeit hatte bei seinen Schüssen auch etwas zu treffen fühlte er sich etwas sicherer. „Hajen? Sehen Sie die Mauer dort vorne?“
„Jawohl, Sir!“ Zumindest klang es danach. Die Worte waren im eisigen Wind wirklich so schwer zu verstehen, dass der Trooper wohl auch sagen hätte können: „Lecken sie mich am Hintern, Captain.“ Und er hätte es für eine Bestätigung gehalten. Also wartete er bis der Trooper sich in Bewegung setzte, und folgte ihm in zwei Schritt Entfernung. Fünf Meter. Niemand war in Sichtweite, nur die leere Sackgasse vor ihnen. Es gab kaum Fenster, die meisten davon hatten sie hinter sich gelassen. Vier Meter. Er glaubte, eine Bewegung hinter der halb eingebrochenen Mauer erkannt zu haben, war sich aber nicht sicher. Vielleicht war es auch nur der Schnee gewesen? Drei Meter. Allmählich sah er klarere Texturen, die Objekte nahmen konkretere Formen an. Aber von Widerständler fehlte immer noch jede Spur. Sie mussten hier irgendwo sein. „Hajen?“ zischte er leise, stellte aber fest, dass dieser ihm überhört haben musste. Er konnte den Blick einfach nicht von dieser blöden Mauer nehmen. „Hajen!“ diesmal war er lauter. Als der Soldat wiede rnicht antwortete, drehte er sich um. Hajen war nicht da. „Hajen! Scheisse nochma-„ Er sah gerade noch den Stiefel des Troopers dem anderen Ende der Mauer verschwinden. Er wusste nicht, wie es möglich war jemanden derart schnell und leise auszuschalten, aber Schäfer wusste, dass er nun tatsächlich verloren hatte. Sein letzter Soldat lag einige Meter weiter hinten im eigenen Blut, und war kaum mehr fähig zu sprechen, während er hier vorne einer unbekannten Anzahl Feinde gegenüberstand die er nicht einschätzen konnte. Was solls, dachte Schäfer und riskierte zum dritten Mal an diesem Tag sein Leben, indem er einfach über die Mauer sprang.


„So ein Narr!“ hörte sich Demios abermals fluchen. Hätte er die Widerständler nicht einfach heraus locken können? Auf sie Feuern? Nein, es wäre zu einfach gewesen. Stattdessen musste Demios tatenlos zusehen, wie der Trooper über die Mauer sprang. Auf seinem Display erlosch rasch einer der Punkte, zwei weitere verblieben. Diese Bewegten sich wild hin und her, schienen oft zu einem zu verschmelzen, wobei ab und zu dünne Striche aus deren Zentrum flimmerten. Offenbar hatten beide nicht die Intention, die Sache mit Gewehren zu regeln. Plötzlich blieb der Punkt ruhig liegen. Demios biss sich auf die Unterlippe, und er hatte schon Angst, dass sich gar nichts mehr rühren würde. Dann, ganz langsam erhob sich der Rote Punkt und wurde wieder zu einem etwas klareren Umriss als er hinter der Mauer hervortrat. „Ja!“ Es war der Trooper. Als Demois aufsprang, stieß er sich hart den Kopf am Fensterrahmen und stolperte benommen zurück, wobei ihm das Gewehr entglitt und aus dem Fenster fiel. Obwohl er, wie er fand, ein furchtbarer Chaot war, musste er lachen. Jetzt war es egal. Es war überstanden. So schnell würde er das Gewehr nicht mehr gebrauchen müssen.


Er wusste noch nicht, dass er damit gründlich falsch lag...
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Iskarien's Avatar


Iskarien
02.03.2012 , 12:42 PM | #2
Flammen im Eis


Knappe vier Stunden später standen Captain Erian Schäfer, und der junge Demios vor einem Eingestürzten Gebäude, das ihnen, und Einheit Delta, zu welcher sie sich hatten durchschlagen können, Schutz vor dem immer schlimmer werdenden Schneesturm bot. Einheit Delta bestand aus acht Mann, ursprünglich waren es 16 gewesen. Wie viele andere Imperiale Truppen hatten sie die Zahl der Rebellen unterschätzt die sich wie hinterhältige Mörder aus Zivilen Bauten auf sie gestürzt hatten. Soweit Demios die Funksprüche mithören hatte können, war der Befehl nun die Position zu halten, damit sich auch die anderen Einheiten dort sammeln konnten, bevor geschlossen auf eine der letzten Rebellenbastionen vorgerückt werden konnte. Und so langsam fragte sich Demios wirklich, wie er das angestellt hatte. Mit einer spontanen, wenn auch überlegten Handlung fand er sich nun mitten in einem Krieg wieder, auf dem er sich zu keiner der Fronten zählen konnte. Natürlich, Dakrat 8 war der Planet auf dem er die letzten Jahre gearbeitet, und Bekanntschaften geschlossen hatte, aber seine Heimat war es dennoch nicht. Und nun hatte er den imperialen Soldaten geholfen, und war dennoch keiner von Ihnen. Der Captain hatte sich mehrfach für die Feuerunterstützung bedankt, und war erstaunt darüber gewesen, wie gut der junge Mann mit dem Gewehr umgehen konnte, aber Demios hatte ihm erklärt, dass das von der Bedienung der Präzisionslaser in der Miene her kam.

„Die lassen sich verdammt viel Zeit…“ brummte ein kahlköpfiger Trooper, der sich einfach in den Schnee gesetzt hatte, um seine müden Beine etwas zu entlasten, während er an einem Zigarettenstummel zog, welcher hell aufglimmte. „Ja… eigentlich sollten sie schon hier sein.“ Meinte ein anderer. Und wieder ein anderer Griff zum mobilen Comlink Sender, den er mitgeschleppt hatte. Das Gerät war etwa so groß wie ein Kleinkind, und fünfmal so schwer, aber wie man ihm erklärt hatte diente es dazu, eventuelle Störsender zu übertönen, und Comlink-Kommunikation dennoch zu gewährleisten. „Vielleicht schaffen Sies ja, einen Statusbericht abzugeben. Sarge, hab‘ ich die Erlaubnis?“ Der „Sarge“ wie der Trooper seinen Vorgesetzten genannte hatte nickte bloß, ehe er weiter düster in das Schneegestöber hinaus starrte, welches eisig durch ihr aller Kleidung pfiff.
Es war schon sonderbar. Im einen Augenblick waren alle ruhig, wenn auch ungeduldig, und im nächsten scharte sich ein gutes Dutzend Trooper um einen Sender. Demios dachte gar nicht darüber nach, dass ihn das eigentlich gar nichts anging, als er sich dazustellte. Hinter den klobigen Rüstungen fiel er gar nicht weiter auf, weswegen ihn auch niemand wegschickte. „Der Feind hat sich in ein Höhlensystem zurückgezogen…“ rauschte die brüchige Verbindung, die dem Fluchen des Funkers zu urteilen nur in eine Richtung funktionierte. „Unerwartet raschen Rückzug… bleiben Wachsam. Irgend etwas stimmt hier nicht. Es riecht komisch, aber Sensoren melden keine Gefahr…“
Dann brach die Verbindung wieder ab. Vermutlich wegen dem vielen Gestein, dass den anderen Trupp nun umgab. Demios kannte diese Höhlen. Es gab zwei Sorten davon auf dem Planeten, die einen mit raren Metallvorkommen, und die anderen mit wertvollen Gasen. Sie führten bis tief in den Planeten hinein, wo es merklich wärmer war als an der Oberfläche. Die Umgebung dort unten war enorm empfindlich, wie er selbst vor einem Jahr schmerzlich feststellen musste, als bei einem Bohrunfall ein ganzer Schacht explodierte, und zwanzig Arbeiter in den Tod riss. Darum, hatte man ihm gesagt, war es so wichtig, dass die Schneidlaser immer penibel genau eingestellt waren. Und dann dämmerte es ihm.

Als die Farbe aus Demios‘ Gesicht wich, war es bereits zu spät eine Warnung auszusprechen. Eine Warnung, die ohnehin niemandem mehr geholfen hätte. Er musste wohl irgend etwas gesagt, oder gerufen haben, ohne es zu merken, denn plötzlich drehten sich alle zu ihm um, und als dann der Boden zu zittern anfing, wichen alle respektvoll zurück. Nicht vor Demios natürlich, nein, sie waren einfach nur erschrocken. Demios selbst war viel zu entsetzt, um sich überhaupt zu regen.
Niemand würde das tun. Niemand konnte das tun. Nicht einmal fanatische Rebellen. Er schüttelte innerlich den Kopf, wie ein kleines Kind, dass die Realität nicht haben wollte. Nein, das war einfach nicht möglich. Doch als der Boden wieder erbebte, und der Comlinksender für einen kurzen, grauenvollen Moment zum Leben erwachte, da wusste Demios, dass er die schreckliche Wahrheit akzeptieren musste.

Jemand hatte eine Bombe gezündet. In den so genannten Kernregionen. Er musste sich vorstellen, wie es all den Unschuldigen ging, die sich sicher in die Mienen verschanzt hatten, um den Kämpfen zu entgehen, und die nun von unbarmherzigen, lodernden Flammen umgebracht wurden, die durch die Explosion entfesselt wurden. Ihre Schreie waren in seinem Kopf, und er presste die Hände an die Augen, um die Bilder zu verdrängen.

Und dann, als er glaubte, der Schock könnte ihn nicht noch härter treffen, wurde ihm klar, dass auch sie in Lebensgefahr waren. Er, Schäfer, und Einheit Delta. Eine solche Detonation hatte das Potential, große Landstriche einfach einstürzen zu lassen, währen die glühend heißen, teils brennenden Gase aus dem Planeteninneren die Oberfläche verschlangen.
„Wir müssen hier weg!“ brüllte er, noch immer Leichenblass, und rannte los. Und erst als sich Captain Schäfer ihm anschloss, begriff auch der Rest, dass der Junge nicht verrückt geworden war, und dass man besser auf den Einheimischen hörte. „Wo rennst du hin, Junge?! Was ist überhaupt los?!“ brüllte Erian Schäfer im Laufen. „Weg! Einfach weg! Haben Sie Transporter?! Wir müssen weg! Die Explosion.. der Planet… wir alle… LAUFEN SIE!“ schrie Demios aus voller Kehle, und war sich sicher, dass auch er sterben würde.

Es war schon absurd. Da wollte er sein altes Leben beenden, und schon schien es endgültig vorbei zu sein. Doch seine Gedanken drehten sich nicht nur um ihn. Plötzlich waren die ganzen unwichtigen Bekannten die er hier gehabt hatte seine besten Freunde, und seine lästigen Arbeitskollegen wie Brüder. Der Schrecken, der ihnen angetan wurde löschte jede schlechte Erinnerung an sie aus Demios Kopf, und ließ ihn ein Entsetzen, eine Trauer spühren, wie er sie nicht gekannt hatte. Diese Menschen waren unwichtig für ihn gewesen, versuchte er sich zu sagen. Aber sein Verstand hörte nicht auf ihn.
Und dann war die Angst endlich wieder da, und spühlte seinen Kopf mit Adrenalin leer, um ihn schneller laufen zu lassen, während seine Lungen wie verätzt brannten, als sie immer wieder die eisig kalte Luft einsaugen mussten.
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General_Leesy's Avatar


General_Leesy
03.03.2012 , 04:23 PM | #3
Mir Hatt die Geschichte sehr gefallen

Besonders das mit der Entscheidung zwischen der Republik und dem Imperium.
Das er einfach sein altes Leben zurückläst. Seine Freunde, Familie und Bekannte.

Ich würde mich über eine Fortsetzung freun