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Die Prophezeiung und das Gleichgewicht der Macht

STAR WARS: The Old Republic > Deutsch (German) > STAR WARS-Diskussion
Die Prophezeiung und das Gleichgewicht der Macht

desercitus's Avatar


desercitus
04.11.2012 , 03:11 PM | #21
An den TE: Genau diese Problematik hat mir auch immer wieder Kopfzerbrechen bereitet.

Es ist in allen hier relevanten Quellen ganz eindeutig so dargelegt, dass Anakins Fall zur Dunklen Seite, sein Massaker im Jedi-Tempel und seine Treue zum Imperator eine Absage, eine Verneinung an sein Schicksal als Auserwählter darstellen, hier handelt er gegen die Prophezeiung.

Erst als er (aus mir unerfindlichen Gründen) Luke rettet, den Imperator vernichtet und zur Hellen Seite zurückkehrt, erfüllt er sein Schicksal und bringt die Macht ins Gleichgewicht.

Und an genau der Stelle frage ich mich: Wieso? Dass der Sieg der Hellen Seite eine Macht im Gleichgewicht bedeuten soll, kommt mir irgendwie billig und nicht ganz schlüssig vor. Wozu wurden denn sonst die Helle und die Dunkle Seite immer wieder als relativ gleichberechtigt dargestellt, als sozusagen zwei Seiten einer Medaille? Wäre eine Macht im Gleichgewicht eine Übermacht der Hellen Seite, dann wäre die Dunkle Seite nichts anderes als eine Abart, Perversion oder gar Schändung der Macht und schon gar nichts, was in dem Wesen der Macht enthalten wäre. Natürlich wäre das möglich, aber es fühlt sich nicht richtig an. Es zwängt dem eigentlich urteilslosen, nicht richtenden Natürlichen das Gewand des moralisch klar Stellung beziehenden, richtenden Guten über, das doch auch nur ein Extrem ist, eben ein Gegenpol zum Bösen. Damit wären auch die sogenannten "Grauen Jedi", zu denen manche Qui-Gon Jinn zählen, nicht die "grauen" Neutralen, sondern nur marginal besser als Sith. Jede Abweichung vom Pfad der Hellen Seite wäre ein Schritt ind die Dunkelheit, und Qui-Gons Entschlossenheit, Anakin zum Jedi auszubilden, obwohl die Gefahr, die von ihm ausgeht, offensichtlich ist, wäre ein Zugeständnis zur Dunklen Seite.

Übrigens: Es wird, glaube ich, auch immer wieder deutlich, dass die Macht auch vor Order 66 im Sinn der Filme im Ungleichgewicht ist, die Dunkle Seite hat mehr Einfluss. Da hat es wenig zu sagen, dass mehrere tausend mitunter enorm mächtige Jedi in der Galaxis herumstreunen und gerade mal zwei Sith. Das Zahlenverhältnis der Anhänger oder ihre Stärke in der Macht ist relativ irrelevant.
Die Jedi sind in ihren Bemühungen, Frieden und Ordnung aufrecht zu erhalten, immer erfolgloser, spektakulär gipfelnd in den Klonkriegen. Mit seinen politischen Ränkespielen, seinem galaxisgroßen Puppentheater nimmt Palpatine mehr Einfluss, als die Jedi es mit ihren tausenden Ordensmitgliedern vermögen, und sät Korruption, Krieg, Sklaverei, Leid und alle anderen Ausgeburten der Dunklen Seite mit großem Erfolg, noch lange vor Order 66. Natürlich schlägt hier die Waage stark zugunsten der Dunklen Seite aus, auch wenn es kaum Sith gibt. Die Jedi spüren das und suchen einen Auserwählten, der das zu bereinigen vermag.

Aber "ins Gleichgewicht bringen"? Ich denke "Star Wars: The Clone Wars" kann hier durchaus mitverwendet werden, da es in enger Kooperation mit George Lucas entsteht.
Wer also von Staffel 3 die Mortis-Trilogie noch nicht angetastet hat, erstmal nicht weiterlesen!
------------------------------------------SPOILER-----------------------------------------------
Spoiler

--------------------------------------SPOILER ENDE----------------------------------------

Doch diese Botschaft scheint unmöglich mit den Filmen zu vereinen, in denen Anakin die Macht ins Gleichgewicht bringt, indem er der Hellen Seite zum Triumph verhilft, das Pendel ins Gegenteil ausschlagen lässt.

So. Ich hoffe, irgendjemand macht sich die Mühe, das hier zu lesen, oder, noch besser, es zu kommentieren oder mir in meiner Ratlosigkeit weiterzuhelfen.

Möge die Macht mit Euch sein.
Möge die Macht Euch befreien.

Timo's Avatar


Timo
04.11.2012 , 11:22 PM | #22
Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Und an genau der Stelle frage ich mich: Wieso? Dass der Sieg der Hellen Seite eine Macht im Gleichgewicht bedeuten soll, kommt mir irgendwie billig und nicht ganz schlüssig vor.
Es ist schwer zu beschreiben und ich habs bereits versucht, aber die dunkle Seite und die helle können sich nicht das Gleichgewicht halten. Die dunkle Seite würde immer versuchen die Helle zu vernichten was in einem andauernden krieg münden würde. Krieg = Chaos wäre also der Sieg der dunklen Seite, Frieden wäre der der hellen, beides gleichzeitig kann nicht bestehen, eine Seite muss letzten Endes also verlieren so oder so.

Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Wozu wurden denn sonst die Helle und die Dunkle Seite immer wieder als relativ gleichberechtigt dargestellt, als sozusagen zwei Seiten einer Medaille?
Das werden sie nicht, die dunkle Seite wird als falsch, korrumpierend und widernatürlich beschrieben. Die helle Seite als richtig, harmonisch und ausgeglichen. Die helle Seite ist sowhl für den Anwender als auch für alle anderen IMMER der bessere Weg, die dunkle Seite verführt weil sie scheinbar der Weg zu mehr Macht ist, letzten Endes ist es jedoch eine Lüge, der Anwender verliert die Macht über sich selbst, die dunkle Seite ist immer der verlierer. Siegt die dunkle Seite gibt es keine Gewinner, gewinnt die helle Seite sind alle Sieger. (auch die Anwender der dunkeln Seite selbst, sie sind dann entweder "erlöst" oder bekehrt)

Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Es zwängt dem eigentlich urteilslosen, nicht richtenden Natürlichen das Gewand des moralisch klar Stellung beziehenden, richtenden Guten über, das doch auch nur ein Extrem ist, eben ein Gegenpol zum Bösen.
Der falscheste Begriff in der Aussage ist richtend. Und doch, die NAtur ist im grunde auf der hellen Seite. Die dunkle Seite wird durch Emotionen genährt, Bäume haben keine, Flüsse haben keine, Planeten und Sterne haben auch keine Leidenschaft. Sie existieren alle in Harmonie und Ordnung nur Menschen können Leidenschaft und Passion an den tag legen, nur Menschen können die dunkle Seite nähren und stärker machen. Die dunkle Seite braucht sozusagen einen Wirt um überhaupt zu existieren, die helle Seite ist immer da wo die dunkle nicht ist.

Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Übrigens: Es wird, glaube ich, auch immer wieder deutlich, dass die Macht auch vor Order 66 im Sinn der Filme im Ungleichgewicht ist, die Dunkle Seite hat mehr Einfluss.
Natürlich sonst wäre es sinnlos zu behaupten ein Auserwählter würde sie wieder ins Gleichgewicht bringen. Die Macht ist solange im Ungleichgewicht solange die dunkle Seite Präsent ist.

Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Natürlich schlägt hier die Waage stark zugunsten der Dunklen Seite aus, auch wenn es kaum Sith gibt.
Hass, leid, Wut, Zorn alles indikatoren der dunklen Seite, mit Order 66 wurde die dunkle Seite stark, ich bezweifle das kein jedi sich im Angesicht des Massenmords seiner Leidenschaft hingegeben hat.

Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Doch diese Botschaft scheint unmöglich mit den Filmen zu vereinen, in denen Anakin die Macht ins Gleichgewicht bringt, indem er der Hellen Seite zum Triumph verhilft, das Pendel ins Gegenteil ausschlagen lässt.
Es ist kein Pendel weil die helle Seite kein Extrem ist. Welches Merkmal der hellen Seite empfindest du als Extrem? Die ausgeglichenheit der Jedi? Das Mitleid und die Opferbereitschaft für das größere Wohl? Nur Sith denken in Extremen, nur die dunkle Seite ist extrem.

Pywll's Avatar


Pywll
04.12.2012 , 12:40 AM | #23
Im Grunde geht es hier mMn um eine uralte Grundsatzdiskussion.

Gut <--> Böse
Ordnung <--> Chaos

Dabei gilt jeweils, das eine kann ohne dem anderen nicht existieren.
Wenn wir das ganze mit einem unendlich langen Stab vergleichen deren Enden die beiden Pole Gut bzw. Böse sind wird es vielleicht deutlicher. Sagen wir, wir können höchstens 100m in jede Richtung schauen. Wir deffinieren also Böse als 100m in die eine Richtung und das Gute als 100m in die andere Richtung. Den Punkt den wir erreichen wollen bezeichnen wir als Gleichgewicht und der Punkt wo wir stehen ist unser Blickwinkel. Wenn wir also es anstreben das gute zu erreichen (also 100m weiter), so können wir das irgendwann erreichen. Doch mit jedem Schritt ändert sich auch unser Blickwinkel. Spätestens wenn wir angekommen sind ist unser alter Ausgangspunkt auf dieser Strecke am für uns sichtbaren "bösesten" Punkt, während der damalige "guteste" Punkt jetzt unser neuer Deffinitionspunkt ist. Im SW Universum wären damit wahrscheinlich die grauen Jedis zu den bösen geworden die es zu bekämpfen gibt.

Was ich damit sagen will, wir können nie DAS gute oder DAS böse erreichen. Mit jedem Schritt werden langfristig die Karten neu gemischt. Was heute noch zum guten Ton gehört ist morgen bereits verpönt und übermorgen gehört es bereits zu den Unsitten. Unsere eigene Geschichte bietet da genügend Beispiele. Warum werden heute keine Blutopfer mehr durchgeführt, obwohl das früher ganz normal war. Sind deshalb unsere Vorfahren die es praktiziert haben alles böse Menschen gewesen?

Star Wars ist ein Märchen. So hab ich das zumindest in Erinnerung. Ein schönes modernes Märchen. Und Märchen haben normalerweise einen tieferen Sinn. Sie erzählen nicht nur eine Geschichte die uns unterhalten soll, sondern sie wollen uns was Lehren. Was das wirklich ist, müsste GL sagen, der dieses Märchen geschrieben hat. Wir können nur versuchen zu deuten was er uns sagen will. Dazu müsste man aber auch Wissen was GL damals bewogen hat dieses Märchen zu schreiben.

Was alle Märchen gemeinsam haben, zum Schluss siegt das Gute über das Böse (kenne zumindest kein anderes Märchen). Was uns also Märchen vermitteln wollen ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Wo ich einen Vorredner widersprechen muss, Leidenschaft kommt sehr wohl in der Natur vor. Jedes Raubtier verfolgt mit Leidenschaft seine Beute. Auch wir haben in der Leidenschaft einer der größten Triebfedern um Werke zu vollenden. Ohne Leidenschaft würden wir diese nur halbherzig bewerkstelligen. Harmonie bedeutet dagegen unseren Platz im Kreislauf zu erkennen. Wenn wir nur Raubbau betreiben Schaufeln wir damit unseren eigenen Untergang. Von daher sollten wir also in Harmonie/Gleichgewicht mit unserer Umgebung leben.

Wenn wir nun zu SW zurückkehren, so haben wir da die Sith und die Jedi. Beide haben Grundsätze (Kodex) die jeweils für sich gute Ansätze bereit halten. Beide Ansätze haben aber auch ihre Fehler. Würden die Sith ihre Kraft nicht aus dem Hass schöpfen, sondern aus der Liebe, wären sie dann immer noch böse? Die Jedi dagegen lehnen jedes Gefühl ab, denn es ist ein Weg zur dunklen Seite. Verurteilen sie damit nicht jeden Bürger in der bekannten Galaxie zu einem potentiellen bösen Wesen?
Im Märchen haben wir nun einen Jedi, der sich den Gefühlen hingab, somit also gegen den Kodex der Jedi verstoßen hat. Zuerst war da die Liebe zu seiner Mutter und zu seiner Frau. Daraus erwuchs der Hass und damit der Weg zur dunklen Seite. Jetzt hätten die Jedi recht gehabt. Doch die Liebe zu seinem eigen Fleisch und Blut hat ihn dazu veranlasst den Imperator zu stürzen und so dem guten zu einem Sieg verholfen. Daher würde ich es so auslegen, das hier das Gleichgewicht durch Verschmelzung der beiden Grundsätze erreicht wurde.
Bal kote, darasuum kote.
Jorso’ran kando a tome.
Sa kyr'am nau tracyn kad, Vode an.

Orbitalbomb's Avatar


Orbitalbomb
04.12.2012 , 12:52 AM | #24
Ich glaube vieles hängt damit zusammen, dass Du "die Macht ins Gleichgewicht bringen" zu wörtlich nimmst. In der amerikanischen Hollywood-Filmromantik ist kein Platz dafür, dass am Ende das Böse weiterlebt. Darum heißt dieser Satz im Grunde nicht viel mehr als "es wird ein Messias kommen, der die Welt retten wird". So sehr wir uns vielleicht manchmal wünschen, dass es änders wäre, es ist und bleibt nur eine Geschichte und eine von einem Amerikaner dazu. Die sind durchtränkt von falschen Patriotismus und der Überzeugung, dass Ihr Weg der einzig Richtige ist.

Die Einzige Möglichkeit, die ich sehe, die Macht wirklich ins GLeichgewicht zu bringen ist, dass alle MAchtanwender die Fähigkeit verlieren, also auch Luke und Leia. Durdurch hätte mn vielleicht ein Gleichgewicht erwirkt. Dafür musst Du sie im FIlm aber wahrscheinlich sterben lassen und wer will sowas sehen? Zumnidest nicht die Millionen von Zuschauern.

Fazit. Häng Dich nicht an dem Satz auf, es gibt auch in Star Wars viele Ungereimtheiten, wie in anderen Filmen auch.

Zertheron's Avatar


Zertheron
04.12.2012 , 01:58 AM | #25
Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Und an genau der Stelle frage ich mich: Wieso? Dass der Sieg der Hellen Seite eine Macht im Gleichgewicht bedeuten soll, kommt mir irgendwie billig und nicht ganz schlüssig vor.
Ich hatte mir die Story bisher immer folgendermaßen erklärt: Die Jedi symbolisieren das Gleichgewicht (ähnlich dem chinesischen Daoismus, der einigen Ansichten der Jedi recht ähnlich ist). Sie versuchen, in Harmonie zu leben und dem Willen der Macht zu folgen. Die Sith sind dagegen eine Störung in der Macht - sie versuchen, deren Kräfte zu unterwerfen und für ihre egoistischen Ziele zu nutzen. Mit der Tötung des letzten Siths (Palpatine) beendet Anakin die 6000(?) jährige Störung der Macht durch die Sith und bringt Gleichgewicht in die Galaxy. Anakin hätte dies schon früher tun können (in EP3), hat die Prophezeiung aber letztendlich erfüllt.

Allerdings - wie du schon sagst - scheint die besagte Clone Wars Folge dieser Erklärung zu widersprechen. Das ist allerdings um so merkwürdiger, denn in diesem Fall hätten die Jedi mit dem Wissen um die Interpretation von "Gleichgewicht" Anakin nie ausbilden dürfen. Zudem ist in keinem Szenario ein Gleichgewicht in diesem Sinne hergestellt - erst herrschen die Jedi, dann die Sith, und am Ende sind die Sith vernichtet.

Vielleicht wird Lucas im Alter auch einfach nur senil

desercitus's Avatar


desercitus
04.12.2012 , 02:05 AM | #26
Zunächst einmal vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Ich gehe auf sie ein.

Quote:
Es ist schwer zu beschreiben und ich habs bereits versucht, aber die dunkle Seite und die helle können sich nicht das Gleichgewicht halten. Die dunkle Seite würde immer versuchen die Helle zu vernichten was in einem andauernden krieg münden würde. Krieg = Chaos wäre also der Sieg der dunklen Seite, Frieden wäre der der hellen, beides gleichzeitig kann nicht bestehen, eine Seite muss letzten Endes also verlieren so oder so.
Die Frage, die sich mir hier stellt, ist die: Natürlich wird die Dunkle Seite immer danach streben, die Helle zu vernichten, den Krieg zu entfachen, aber bedeutet das Streben allein schon den Sieg? Wird die Helle Seite nicht währenddessen ebenso versuchen, die Dunkle Seite zu bekämpfen, wo immer es geht, Frieden zu säen, die Galaxis zu ordnen? Es wird nicht jeder Kampf mit Waffen gefochten.
Dir zufolge wäre Frieden nicht das Ziel, sondern die Handlungsmaxime der Vertreter der Hellen Seite und allein die Konstruktion eines Lichtschwertes, die abertausende Jedi durchgeführt haben, stellt ein Zugeständnis zur Dunklen Seite dar.

Quote:
Das werden sie nicht, die dunkle Seite wird als falsch, korrumpierend und widernatürlich beschrieben. Die helle Seite als richtig, harmonisch und ausgeglichen.
Hier sprichst du die Sichtweise auf die Macht an, die ich in meinem Text darlegte, wohlweislich im Konjunktiv. Das wollte ich so nie sehen. Natürlich ist die Dunkle Seite korrumpierend, aber sie scheint doch sehr natürlich zu sein. Aus dem Kodex der Sith und dem der Jedi lässt sich ableiten, dass Leidenschaft und Gefühle zur Dunklen Seite leiten, weshalb die Jedi sich der völligen Emotionslosigkeit verschreiben. Geht es noch unnatürlicher? Gefühle, Leidenschaft, leider auch Krieg, all das ist im tiefsten Wesen menschlich und damit auch natürlich. Die Jedi unterdrücken konsequent wesentliche Bestandteile der menschlichen Natur, um somit Einfluss auf die Natur zu nehmen. Anders als bei den Sith ist dieser Einfluss jedoch ordnend, beruhigend.
Die Helle Seite strebt doch kein Gleichgewicht zwischen Leidenschaft und Gelassenheit, Krieg und Frieden, Chaos und Ordnung an, sondern den Sieg von Frieden, Ordnung, und allem, wofür die Jedi eintreten.
Von Beginn an sind die Helle und die Dunkle Seite in ihren Grundsätzen antithetisch aufgebaut, was mich auch zu der Überzeugung führt, dass die Seiten der Macht Gegenpole bilden, womit die Dunkle Seite nicht eine bloß ein Zerrbild ist.
Die Mortis-Trilogie aus "The Clone Wars" ist mit ihrem immer wieder betonten symbolhaften Charakter sehr aussagekräftig.
Spoiler


Quote:
Sie existieren alle in Harmonie und Ordnung nur Menschen können Leidenschaft und Passion an den tag legen, nur Menschen können die dunkle Seite nähren und stärker machen.
Sind Menschen damit in ihrem Wesen unnatürlich? Etwas paradox, findest du nicht auch? Vor allem in der Natur findest du deutlich mehr Chaos und Willkür als in menschengeschaffenen, im Vergleich dazu sehr geordneten Siedlungen.

Quote:
Der falscheste Begriff in der Aussage ist richtend.
Wieso sollte das Gute nicht richtend sein? Dadurch grenzt es sich doch erst vom Bösen ab und erkennt es als solches, kann gegen das Böse arbeiten.
Quote:
Es ist kein Pendel weil die helle Seite kein Extrem ist. Welches Merkmal der hellen Seite empfindest du als Extrem? Die ausgeglichenheit der Jedi? Das Mitleid und die Opferbereitschaft für das größere Wohl? Nur Sith denken in Extremen, nur die dunkle Seite ist extrem.
"Nur ein Sith kennt nichts als Extreme." Auch wenn mir die Szene sehr gefallen hat, birgt dieser Satz fast einen kleinen Lacher, in einem Universum arbeitend, das seit jeher antithetisch arbeitet; entweder die Helle oder die Dunkle Seite, kaum jemand geht einen Mittelweg oder schafft es. Den meisten kommt das gar nicht erst in den Sinn.

Wäre die Helle Seite nicht extrem, wäre sie der natürliche Urzustand, dann dürfte sie sich doch gar nicht als Helle Seite verstehen, dann gäbe es nur die Macht und, na ja, ihre Abart. Aber keine Helle und Dunkle Seite.

An Pywll: In den ersten Absätzen gehst du von flexiblen Gut/Böse-Vorstellungen aus, was an sich sehr vernünftig ist. Nur so vernünftig, so erwachsen arbeitet Star Wars nicht. Die Geschichte bleibt in ihren märchenhaften Gut/Böse- bzw. Hell/Dunkel-Schemata, die nicht nur absolut und blickpunktsunabhängig, sondern auch noch von den meisten erkannt sind.

Quote:
Würden die Sith ihre Kraft nicht aus dem Hass schöpfen, sondern aus der Liebe, wären sie dann immer noch böse?
Das tun sie doch. Leidenschaft und auch Liebe gehören zu den Grundfesten des Sith-Ordens. Sie sind böse, weil sie sich von den anderen Emotionen, die daraus folgen, beherrschen lassen, primär Angst vor dem Verlust, eventuelle auch Eifersucht.
Während die Jedi Gefühle radikal verneinen, geben sich die Sith ihnen radikal hin. Sieht doch recht deutlich nach zwei Extrempunkten aus.

An Orbitalbomb: Deine Erklärung gefällt mir bis jetzt am besten. Klar, sie macht es sich ziemlich leicht und ist alles andere als erhebend, aber sie fühlt sich richtig an.

Nochmals Danke für Eure Antworten und Gedanken. Ich hoffe, der Austausch war konstruktiv und ist es auch weiter.

Möge die Macht mit Euch sein.
Möge die Macht Euch befreien.
Es gibt keine Gefühle, nur Frieden.
Es gibt keine Unwissenheit, nur Wissen.
Es gibt keine Leidenschaft, nur Gelassenheit.
Es gibt keinen Tod, nur die Macht.

desercitus's Avatar


desercitus
04.12.2012 , 02:07 AM | #27
Quote:
Vielleicht wird Lucas im Alter auch einfach nur senil
Oder vernünftig. Wie gesagt, scheint das Bild der Macht in der Serie sehr viel stimmiger.
Es gibt keine Gefühle, nur Frieden.
Es gibt keine Unwissenheit, nur Wissen.
Es gibt keine Leidenschaft, nur Gelassenheit.
Es gibt keinen Tod, nur die Macht.

Zertheron's Avatar


Zertheron
04.12.2012 , 02:20 AM | #28
Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Oder vernünftig. Wie gesagt, scheint das Bild der Macht in der Serie sehr viel stimmiger.
Das bringt allerdings wenig, wenn die Darstellung der Macht in Bezug zu den Filmen keinen Sinn ergibt

Quote: Originally Posted by Zertheron View Post
Das ist allerdings um so merkwürdiger, denn in diesem Fall hätten die Jedi mit dem Wissen um die Interpretation von "Gleichgewicht" Anakin nie ausbilden dürfen. Zudem ist in keinem Szenario ein Gleichgewicht in diesem Sinne hergestellt - erst herrschen die Jedi, dann die Sith, und am Ende sind die Sith vernichtet.
Edit: Vielleicht nochmal etwas deutlicher. Die "Jedi=Gleichgewicht" Theorie basiert im Prinzip auf asiatischen Religionen bzw. Weltanschauung. Da die Jedi sehr an Shaolin erinnern, hatte ich diese Interpretation immer als korrekt angenommen. Dagegen ist die "Gleichgewicht= dunkle <--> helle Seite" aus Clone Wars eher eine christliche bzw. westliche Weltsicht. Diese ist zwar für "Westler" einfacher zu verstehen, macht aber imo im Bezug auf die Filme wenig Sinn.

Timo's Avatar


Timo
04.12.2012 , 08:28 AM | #29
Quote: Originally Posted by Pywll View Post
Jedes Raubtier verfolgt mit Leidenschaft seine Beute.
Das ist falsch, Raubtiere jagen weil sie es müssen um zu überleben. Hätten sie Spaß oder Freude daran würden sie mehr jagen als sie essen müssten, sie verspüren auch keinen Hass gegen ihre Beute, schließlich hat die ihnen ja nichts getan. Sie tun es weil sie es müssen, Leidenschaft spielt da keine Rolle.

Timo's Avatar


Timo
04.12.2012 , 08:30 AM | #30
Quote: Originally Posted by Zertheron View Post
Ich hatte mir die Story bisher immer folgendermaßen erklärt: Die Jedi symbolisieren das Gleichgewicht (ähnlich dem chinesischen Daoismus, der einigen Ansichten der Jedi recht ähnlich ist). Sie versuchen, in Harmonie zu leben und dem Willen der Macht zu folgen. Die Sith sind dagegen eine Störung in der Macht - sie versuchen, deren Kräfte zu unterwerfen und für ihre egoistischen Ziele zu nutzen. Mit der Tötung des letzten Siths (Palpatine) beendet Anakin die 6000(?) jährige Störung der Macht durch die Sith und bringt Gleichgewicht in die Galaxy. Anakin hätte dies schon früher tun können (in EP3), hat die Prophezeiung aber letztendlich erfüllt.
Sign, genau so stelle ich mir das auch vor.

Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Die Frage, die sich mir hier stellt, ist die: Natürlich wird die Dunkle Seite immer danach streben, die Helle zu vernichten, den Krieg zu entfachen, aber bedeutet das Streben allein schon den Sieg? Wird die Helle Seite nicht währenddessen ebenso versuchen, die Dunkle Seite zu bekämpfen, wo immer es geht, Frieden zu säen, die Galaxis zu ordnen?
Vom Krieg profitiert nur die dunkle Seite, nach deiner Theorie wäre die helle Seite immer der verlierer weil sie sich gegen die dunkle Seite wehren muss, es ist ja nicht umsonst so das zu kriegszeiten viele jedi der dunklen Seite verfallen.

Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Das wollte ich so nie sehen. Natürlich ist die Dunkle Seite korrumpierend, aber sie scheint doch sehr natürlich zu sein. Aus dem Kodex der Sith und dem der Jedi lässt sich ableiten, dass Leidenschaft und Gefühle zur Dunklen Seite leiten, weshalb die Jedi sich der völligen Emotionslosigkeit verschreiben. Geht es noch unnatürlicher?
Als die Jedi angefangen haben den Umgang mit der Macht zu lernen werden sie irgendwann festgestellt haben dass Leidenschaft nicht wie bei normalen menschen einen korrumpierenden Effekt hat. Aufgrund de Tatsache das die dunkle Seite der Macht die Natur ihrer Anwender verändert, und sie zu grausamen Machtbessesenen Mördern macht, ist doch schon eine widernatürlichkeit gegeben.

Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Gefühle, Leidenschaft, leider auch Krieg, all das ist im tiefsten Wesen menschlich und damit auch natürlich. Die Jedi unterdrücken konsequent wesentliche Bestandteile der menschlichen Natur, um somit Einfluss auf die Natur zu nehmen.

Die Jedi sind sich der Gefahr der dunklen Seite bewusst, mit der Gabe der Macht kommt auch die Verantwortung, wer den Umgang erlernen will muss sich den restriktionen des Ordens unterordnen, alle anderen können ein normales Leben führen ohne Gefahr zu laufen der dunklen Seite zu verfallen.

Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Die Helle Seite strebt doch kein Gleichgewicht zwischen Leidenschaft und Gelassenheit, Krieg und Frieden, Chaos und Ordnung an, sondern den Sieg von Frieden, Ordnung, und allem, wofür die Jedi eintreten.
Weil das widersprüche sind, wie gesagt ein wörtlich genommenes Gleichgewicht zwischen all dem wäre immer noch der Triumph der dunklen Seite.

Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Sind Menschen damit in ihrem Wesen unnatürlich? Etwas paradox, findest du nicht auch? Vor allem in der Natur findest du deutlich mehr Chaos und Willkür als in menschengeschaffenen, im Vergleich dazu sehr geordneten Siedlungen.
1. Ich hab oben bereits geschrieben die dunkle Seite verändert die Natur des Menschen = nicht natürlich.

2. Die Ordnung der Natur interessiert sich glaube ich wenig für Symmetrie und Geradlinigkeit, nur weil du mit deinem Verstädnis dafür keine Ordnung erkennst heisst es noch lange nicht das es keine gibt.

Quote: Originally Posted by desercitus View Post
"Nur ein Sith kennt nichts als Extreme." Auch wenn mir die Szene sehr gefallen hat, birgt dieser Satz fast einen kleinen Lacher, in einem Universum arbeitend, das seit jeher antithetisch arbeitet; entweder die Helle oder die Dunkle Seite, kaum jemand geht einen Mittelweg oder schafft es. Den meisten kommt das gar nicht erst in den Sinn.
An dieser Stelle hättest du mir sagen soll was an der hellen Seite extrem ist. Einen Mittlweg gibt sich nicht zu schaffen. Lass usn die dunkle Seite als Loch definieren, ein schwarzes Loch. Je näher du ran gehst desto schwerer kommst du wieder weg, bist du zu nah fliegst du rein und fällst immer tiefer. Unendlich weil der weg der dunklen Seite kein ziel hat, du musst immer mächtiger werden usw. verlierst dich immer mehr selbst. Der Kodex der Sith gibt ja auch kein ziel vor, Leidenschaft macht Stark ect. es wird nur beschrieben in welche Richtung man gehen soll, nicht wo das Ziel ist. Die helle Seite wäre dann alles um das Schwarze Loch herum. Die Helle Seite gibt einen zustand vor Es gibt keinen krieg, nur Frieden. Kein Weg die Helle Seite strebt einen Zustand an und der ist erreicht sobald es keine dunkle Seite gibt.

Quote: Originally Posted by desercitus View Post
Wäre die Helle Seite nicht extrem, wäre sie der natürliche Urzustand, dann dürfte sie sich doch gar nicht als Helle Seite verstehen, dann gäbe es nur die Macht und, na ja, ihre Abart. Aber keine Helle und Dunkle Seite.
Die Jedi haben die die plötzlich böse wurden dunkle Jedi genannt und irgendwann den schluss gezogen dass sie ja dan folglich die hellen sein müssten, das sind begrifflichkeiten zumal es selbst dann nicht unlogisch wäre wenn die dunkle Seite nur eine Abart wäre.