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Sternenkraehe's Avatar


Sternenkraehe
04.01.2013 , 05:10 AM | #63
Hmm ... das ist mal wieder so ein Konzept, welches sehr stark von den Individuen abhängt und der entsprechenden Tragweite ihrer Geschichte.
Aber ich finde den Kommentar von Lucas durchaus passend, denn ein absolutes Zölibar funktioniert ja ohnehin nur bei den Wenigsten, wie sich bei realen geistlichen Institutionen gezeigt hat.

Also diese entsprechende Passage im alten Jedi-Kodex basiert ja offensichtlich auf schlechten Erfahrungen mit konkreten Liebesbeziehungen und der Arbeit der Jedi, was sich nicht nur zwangsläufig nur auf den einen Zwillings-Mythos beziehen muss.
Bei einer ganzen Galaxie könnten sich noch mehr "melodramatische Zwischenfälle" ereignet haben, die den Jedi-Rat zu dieser Regelung gezwungen haben.
Man muss sich immer vor Augen halten, was die Jedis eigentlich sind, auch wenn sie stark religiöse und spirituelle Züge haben und mehr wie Priester wirken.
Sie sind vom Aufgabenbereich her eher sowas wie Super-Polizisten, Cops, Bullen, die Exekutive der momentanen [galaktische Regierung einsetzen], Paladine die in allen Belangen die Stabilität eine riesigen und unterschiedlichen Gesellschaft bewahren müssen und das mit einer ebenso großen Verantwortung.
Läßt man den spirituellen Kram weg, das Liebe irgendwann zur dunklen Seite führen würde (Luke und Mara zeigen ja das Gegenteil), hat man auch ein moralisches Problem an der Backe - Augenscheinlich.
Liebe macht unteranderem auch verwundbar, erpressbar, manipulierbar, blind etc..
Selbst wenn eine echte Romanze nicht zur dunklen Seite führen muss, bleibt immer diese Unsicherheit und offene Flanke für finstere Schergen von Darth XY oder sonst wem.
Muss nicht aber kann und/oder wird höchstwahrscheinlich und da ging der Jedi-Rat damals zumindest wohl lieber auf nummer sicher und sagt "Kein Techtelmechtel bei der Arbeit!".
Fieserweise kann man auch sagen, einmal ein Jedi, immer ein Jedi bzw. in dieser Berufung gibt es kein Dienstschluss.
Das Verbote eine Sache noch interessanter machen wurde aber widerum in kauf genommen, das zeugt entweder von Kontrollzwang, Arroganz oder Naivität.
Das, was dieses Konzept aber so würzig und interessant macht ist (und weswegen Geogie-Boy es auch recht flexible sehen mag), das Liebesbeziehungen so verschieden wie die Charakter sind, die sie verbinden.
Das Jedis doch ein bißchen Spaß haben dürfen liegt wohl an ihrer Selbstbeherrschung, die man ihnen attestiert auch wenn das ebenso riskant und naiv zugleich ist, denn Liebe ist bekanntlich eine Urgewalt und einmal entfacht ein schwer zu kontrollierendes Feuer.
Außerdem gibt es bei den Jedi auch viele Parallelen zum Buddhismus und da gibt es auch kein richtiges Zölibat.
Es gibt zahlreiche, recht amüsant schlüpfrige Anekdoten und Zitate über buddhistische Mönche in Freudenhäusern usw. quer durch die Jahrhunderte.
Ich denke mal, diesbezüglich orientierte sich (vielleicht) Lucas Vorstellung von den Jedi und ihrem Privatleben eher an dieser Art von Mönchen als an den sexualfeindlichen Dogmen katholischen Führungspersonals.

So oder so ist dieses zwiespältige und sich später noch ja doch noch veränderte Konzept im Jedi-Kodex ein dynamisches Element für die Geschichten im SW-Universum.