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Elvorien
10.07.2012 , 03:47 PM | #5
Von Ditha Lathalia.


Zwischen Spicebrot und Elektropeitsche (05. Feb. 12)


Sie hatte sich das Gesicht zweimal gewaschen, ehe sie die Schminke im Gesicht nachgezogen hatte. Neben Ihr lag noch immer die gespeicherte Nachricht von Sinya`torr, die aufgewühlter wirkte als Lat`Halia je hätte sein können. Sie legte gerade ihr Stirnband wieder um, als das flackernde Portrait wieder von vorne begann.
„Halia, bitte pass auf dich auf, Orgots hat vielleicht herausgefunden wohin du verschwunden bist. Verhalt’ dich-„
Sie schaltete das Gerät ab, seufzte und steckte es in ihre Rocktasche.

Als sie so unpünktlich wie sonst auch an der Desert Moon Cantina ankam, kam Ihr die Botschaft immer noch wie der schlimmste Umstand des Abends vor. Wie immer, wenn sie nervös war, strich sie sich über die linke Lekspitze und atmete einige Male tief durch. Zielstrebig ging sie auf die Theke zu, die an diesem Abend wieder gut gefüllt war. Nach einer kurzen Begrüßung machte sie sich an die Arbeit. Leere und volle Aleflaschen nach Wahl durch die Gegend zu chauffieren war jedoch nicht unbedingt die Art von Ablenkung, die Früchte trug.

Nach einer Weile des falschen, aber bemühten Lächelns, in der sie Gläsertaxi gespielt und sich mit der schwierigen (nennen wir das Kind doch beim Namen: verdammt unfreundlichen Kundschaft) auseinandergesetzt hatte, fand Meabh schließlich Zeit für ein kurzes Gespräch.


Bei der Erinnerung an das Gestammel, das sie zu dem Zeitpunkt eine Erklärung schimpfte, muss Halia kurz grinsen.

„Was?“
„Äh, S-Sklaven… jäger.“, murmelte sie und sah benommen zu ihrer Chefin an, deren feuerrote Haare zusammen mit dem genervten Gesichtsausdruck den Eindruck einer Drohung machten. Die Anmerkung, dass die Twi auch abtauchen könnte, um keinen Ärger zu machen, schien Mea auch nicht besser gelaunt zu stimmen.
‚Wir haben ja noch Mike und Nick und seine Leute’ war ihre Entgegnung und auch eine gute Antwort, wenngleich das die Bedienung nicht wirklich beruhigen konnte.
„Wenn deine Freundin noch eine Anstellung braucht, wir suchen noch Bedienungen und Tänzerinnen.“ – „Tänzerinnen?“, sie war hellhörig geworden, „na ja, ich könnte ja die Kostüme wieder herauskramen. Wie viel würde ich denn mehr verdienen, wenn ich noch tanzen würde?“ Natürlich wurde sie an Cio verwiesen.


Klar doch, Ciora war diejenige, die mit Zahlen jonglieren kann. Meabh jongliert höchstens Gläser und ihr Gleichgewicht auf der Theke. Die Twi’lek lächelt und geht zurück zur Theke um den Lappen auszuwaschen.

100 Creds mehr in der Woche und komplette Trinkgelder. Ciora hatte da allerdings verspielt. Halia war ja nicht die große Nummer was Lohnverhandlungen anging, aber das war eine Spicegrube, die nicht einmal mehr ausgeschlagen werden musste. Ja, es roch förmlich nach Reichtum. Sie würde gleich losgehen und ihr Outfit aus dem Frachtfach am Raumhafen holen, wo die meisten ihrer persönlichen Sachen untergebracht waren. Natürlich, kaum war sie die Treppe hoch, schon sprach Mike sie an, der ihr hinterhergeschickt worden war.
‚Als ob ich mit Eskorte weniger auffalle als ohne’, fluchte sie innerlich, war letzten Endes dann aber doch froh nicht alleine unterwegs zu sein.

‚Verdammter Banthadreck!’, fluchte sie weiter, als das Frachtfach, vor dem sie stand, partout nicht ihren Besitz rausrücken wollte. Mike hatte sie ein Stockwerk tiefer warten lassen, auch wenn sie Haut zeigen würde, musste er Ihr ja nicht unbedingt beim Umziehen zusehen. Als sie endlich an den goldglänzenden, klimpernden BH gelangt war, entschied sie sich, für den Rückweg wenigstens ihren Rock überzuziehen. Vielleicht keine schlechte Entscheidung. Mike schien den ganzen Rückweg über sehr empfindlich und gab sich reichlich Mühe, die Umgebung zu sondieren. Halia schrieb es ihm zu, dass er nur versuchte, von Ihr wegzusehen und seinen Job zu machen.

Dass seine kleine Eskorte schließlich in einem großen Streit endete, hatte sie nicht geahnt. Mea stand schon am Eingang der Cantina und hielt nach ihnen Ausschau, das Holocom in der Hand. Ja, sie hatten länger gebraucht, aber Halia flitzte dementsprechend schnell wieder hinunter zur Bühne und zu Cio, die ebenso vorwurfsvoll starrte wie Meabh es schon getan hatte. Als sich die nächsten Minuten nur darum zu drehen schienen, dass Mike und Halia ja miteinander „gepimpert“ hätten, wie die beiden Chefs es so schön ausdrückten, platzte Mike nicht zuletzt die Hutschnur und er verließ schnaubend die Cantina wieder, ohne an den Abend nocheinmal gesehen zu werden. Das war die Spiceschicht auf dem Pilzbrot. Der Abend war wohl gelaufen.


Ganz im Gegenteil, denkt sie, der Abend ging erst los, als es Sturmfrei war.

Meabh und Ciora ließen sie diesesmal recht früh alleine. Die letzten 3, 4 Kunden konnte sie aber auch alleine bewältigen. Insbesondere, da die Bestellung einer großen Kanne Spicetee für Mea und Cio eventuell ein rotes Tuch gewesen wäre… zwar gab es ja legale, wirkstoffreduzierte Teemischungen, doch dass Halia ein privates Döschen mit „Zucker“ neben die Teekanne stellte und ihren Feierabend mit den beiden letzten Kunden zusammen so begoß, sollte sie wohl eher für sich behalten. Die Typen tranken mit ihr, grinsten und scherzten und Devron, wie einer von beiden hieß, schien seinen ersten Spicetee gut genug zu vertragen, um ihm noch ein bisschen Trinkgeld entlocken zu können.


Die Twi’lek sieht ihrem letzten Kunden hinterher und stemmt eine Hand in die Hüfte. Sie sieht an sich herunter und begutachtet die viele Haut, die sie nun Abends wieder zeigt. Sie sieht durch die Cantina, versucht die Spuren des vergangenen Abends abzuschätzen und auszurechnen, wann sie wohl ihren wohlverdienten Schlaf bekommen wird. Das Spice surrt ihr noch durch den Kopf. Ungeachtet dessen schließt sie die Cantina und fängt an die nun herrenlosen Gläser einzusammeln und zu spülen. Dass einer der beiden Kerle die ganze Packung Spice in den Tee getan hatte, war vielleicht keine so schlechte Idee gewesen. Jetzt hat sie den Kopf frei und kann in Ruhe zu Ende aufräumen, um endlich ins Bett zu kommen und lebhaft von Ryloth zu träumen.
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