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Elvorien
09.29.2012 , 10:17 AM | #4
Woche 2: Die Inquisition

Der Tag danach.

Meabh öffnete blinzelnd die Augen. Schummriges Licht drang aus dem Flur in das Zimmer, das Ciora und sie als Büro nutzten. Ihr Kopf dröhnte lautstark und Übelkeit stieg in ihr hoch.
“Ich werd alt”, murmelte sie und richtete sich vorsichtig auf der Couch auf, was das Drehen in ihrem Kopf für einen unerträglichen Moment lang noch verstärkte.
Mit dem Tempo eines kriechenden Hutten stand sie auf und ging zur Zimmertür. Sie öffnete sie und das Licht im Flur zuckte wie Blitze durch ihren Kopf.
“Argh!”, stieß Meabh aus und bedeckte ihre Augen mit einer Hand, bis das schlimmste vorbei war.
Irgendetwas klopfte leise in ihrem Hinterkopf. Blitze. Von so etwas hatte sie geträumt.
Mit schweren Schritten schlurfte sie hinunter zur Bar, wo bereits eine Kanne dampfenden Cafs auf sie wartete. Von Ciora war keine Spur zu sehen. Wahrscheinlich war sie aus, Besorgungen machen.


Mit einer Tasse dampfenden Cafs ließ sich Meabh auf einem Hocker vor der Bar nieder. Blitze. Langsam drehte sie sich herum und sah durch den Schankraum.
Vor ihrem geistigen Auge erschien das Bild von 15 bewaffneten Imperialen, die systematisch den Schankraum besetzten. Sie wollten mit einem Verantwortlichen sprechen, was reine Formsache war. Dass ausgerechnet sie selbst diese Person war, war entsprechend unangenehm.

Meabh trank einen großen Schluck von ihrem Caf. Die Blitze waren doch kein Traum gewesen. Die freundlichen Imperialen, die sich als nichts Geringeres als die bei den Sternen verdammte Imperiale Inquisition vorstellten, hatten Meabh für die “Preisverhandlungen” in das freie Hinterzimmer geführt und "Überzeugungsarbeit" geleistet.

Unwillkürlich drang ein Lachen aus ihrer Kehle und sie schüttelte - langsam, da im Inneren immer noch eine Kraytfamilie hauste - den Kopf. Angestrengt dachte Meabh nach. Sie musste sich eingebildet haben, dass die “Imperiale Inquisition” 15 bewaffnete Männer und Frauen, einen aufgeblasenen Fragesteller und einen Lichtblitz schleudernden Bastard gebraucht hatte, um sie - 1,65 m, weiblich, schlank, unbewaffnet - davon zu überzeugen, ihnen den Raum zu überlassen?!
Was bei allen schleimigen Hutten war nur in diese Typen gefahren?

War die Begegnung am Ende kein Zufall gewesen? Oder konnte das an ihren neuen feuerroten Haaren liegen, die sie seit zwei Tagen trug? Mit einem Mal kam sich Meabh wie einer dieser Ganoven aus einem Holothriller vor. Tödlich und verdammt gut aussehend!
Ein erneutes Lachen wurde von einem Schmerzenslaut erstickt.

Die Krayt in ihrem Kopf hatten das Zurückwerfen ihrer Mähne mit einem erneuten Revierkampf quittiert und gewonnen.
Wenn nur irgendwo ein paar Schmerzmittel aufzutreiben wären. Dafür müsste man einen Doktor kennen...
Weitere Teile des Abends tauchte vor ihren Augen auf. Mike, der sie nach Verlassen der Imperialen aufgelesen hatte und bittere Rache schwor, weil er sie nicht beschützt hatte. Das kurze Gespräch mit Sphinx, um sie über die neuen Mieter zu informieren. Die Injektion, die dafür sorgte, dass das Gefühl der Stromschläge, die durch ihren Körper jagten, abebbte. Der Tanz mit Ciora auf der Theke und der Flug von der Theke in Vashs Arme.

Stöhnend presste Meabh die freie Hand an den Kopf.
“Auf der Theke tanzen ist demnächst erstmal gestrichen”, murmelte Meabh. “Und Trinken auch.”


Wieder klopfte es leise in ihrem Hinterkopf. Etwas Wichtiges hatte sie vergessen. Sie stellte die Tasse auf der Theke ab und durchsuchte ihre Hosentaschen. Aus einer der Taschen förderte sie eine Visitenkarte zu Tage, auf der “Quillan Dusk, M.D., Facharzt der Chirurgie und Allgemeinmedizin” und eine Comnummer zu lesen war. Langsam erinnerte sie sich, wie die Karte dorthin gekommen war.
Ein Lächeln umspielte ihre Lippen, so viel Voraussicht wärmte ihr das Herz.
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