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schmerzbringer
06.06.2012 , 07:41 AM | #30
Quote: Originally Posted by Booth View Post
Hmmm... also ich hab in einem Spiel über viele Monate richtig seltene Artefakte gesammelt. Durch einen speziellen Crafting-Prozess konnte man daraus EINMALIGE Items herstellen. Zudem habe ich einen Shop aufgebaut... viele Mio Credits angesammlt. Mir einen kleinen Ruf erarbeitet. War dann aber einfach von heut auf morgen eines Tages weg. Wieso auch nicht... das Spiel hieß SWG und die Server wurden Ende letzten Jahres einfach dicht gemacht. Aus. Vorbei. So oder so.

Ein MMO ist ein Spass-Unterhaltungsprodukt. Alles, was Du dort "erreichst" hat keinen Wert, der ausserhalb des Spiels eine Bedeutung hat, und dieses Spiel wird so oder so in einigen Jahre "kaputt" sein.

Wenn Du Werte suchst, die einen Bestand haben sollen, der sich an Deiner Lebensspanne ausrichtet, würde ich dann doch eher im realen Leben nachschauen.

Spielelemente eines MMOs sind ziemlich unbedeutende Bits in einer Datenbank... die während des Spiels sicher eine gewisse Bedeutung haben... aber definitiv NICHT von Dauer sind. Wer mit dieser Einstellung in ein MMO reingeht, hat quasi schon von Anfang an "verloren". Zudem... solltest Du immer daran denken, daß JEDES EINZELNE BIT dieser Datenbank zwar von Dir genutzt werden kann... aber JEDES VERDAMMTE BIT gehört dem Hersteller. Alle Items, alle Charakterwerte... alles gehört Dir NICHT. Sondern Du erwirbst eine "Nutzungslizenz" - das ist alles.
Ach, dir widersprechen zu dürfen wird der Quell meiner Inspiration sein. Alle Computerspiele basieren auf bits und bytes. Sie sind virtuell. So weit so gut. However, auch wenn ich es unglaublich finde, können 0,0000000001 % der Spieler von diesen bits und bytes leben. In RTS Spielen gibt es genauso Weltmeisterschaften wie in Shootern. Und besonders befähigte Spieler können durchaus zu Ruhm kommen im RL. Das gesagt. Die meisten, 99,9 Prozent, mögen auch an ihre Chance glauben, irgendwann am Nektar des Erfolges zu lecken. So muss es auch in WOW gewesen sein, wo die TOP-Gilden durchaus Einnahmen generieren konnten und auch tatsächlich Ansehen auch im realen Leben erzeugen konnten.

Nicht zu vergessen, Peer-Group-Anerkennung. Womit gefällt man seinen Buddies? Nun, früher mag es Mutproben gewesen sein, wer fährt ein Auto ohne Führerschein, wer springt von einem fahrenden Zug, oder oder oder. Auch hier kann man seiner Peer-Group gefallen, wenn man z.B. DAS SCHWERT trägt, oder DEN DRACHEN geflogen ist.

Am Ende ist aber für die meisten Spieler ein Spiel nur ein Spiel, weil sie eben nicht erreichen können, was ich oben beschrieben habe. Und für die sollte dann das reale Leben der Motor sein, Anerkennung zu finden. However, und das ist mein Beruf, fällt es im realen Leben genau so schwer Anerkennung zu finden. Und genau hier besteht dann auch die Suchtgefahr von Spielen. Da kann man leichter ein virtuelle Anerkennung finden, die durchaus sozial stabilisierend wirken kann. Denn was das Leben einem nicht gewährt, gewährt einem ein spiel.

Die Balance macht es. Ich werde bis zur Rente spielen, es ist ein Baustein meines Lebenskonzeptes, neben ARbeit, Sport (Bergsteigen), Kochgruppen, Famile, Parties, etc. pp. Aber bevor ich TV schauen, haue ich lieber Mobs.

Wie immer: Jede Einseitigkeit ist ungesund ^^