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VelaDarney
05.03.2012 , 06:00 AM | #216
Sorry, aber wenn diese "Meisterwerke" so ausgesehen hätten wie Episode I - III, dann schlag' ich drei Kreuzzeichen, dass er keine mehr macht.

Dass Lucas die Geschichte von Darth Vader ganz erzählen wollte - schön und gut. Es ist auch durchaus wichtig, die Hintergründe, Motive etc. seines "Superschurken" zu kennen, als Schreiber von Romanen, Drehbüchern, Comics, Kurzgeschichten ... Man muss als Autor seine Figuren genau kennen, womöglich besser als sich selbst, muss genau wissen, was sie in bestimmten Situationen denken, sagen, tun, fühlen würden. Dazu muss man natürlich auch ihre Hintergrundgeschichte entsprechend gut kennen. Und diese möglicherweise auch aufschreiben. Aber, Entschuldigung, nur weil ich diesen ganzen Kram irgendwo in schriftlicher Form rumliegen habe, ist das noch lange kein Grund, damit meine Leser/Zuschauer zu langweilen/quälen. Der Leser/Zuschauer muss nicht im Detail restlos alles über eine Figur wissen, was der Autor auch weiß. Die Kunst des Schreibens besteht unter anderem auch daran, zu wissen, was man dem Leser mitteilen muss, dass die Figuren glaubhaft rüberkommen und was man weglassen kann oder sogar muss.

Was es meiner Meinung nach gebraucht hätte, jenseits aller schon zur Genüge erwähnten Plotlöcher etc, um aus Episode I - III Filme zu machen, die mir gefallen hätten:

- Mehr Spannung. Auch wenn man weiß, wie's ausgeht, ein Prequel kann durchaus spannend sein. Bei "In the Beginning", dem Prequel zur Bablyon 5 Serie, hab' ich mir fast die Fingernägel abgekaut, obwohl ich wusste, wie's ausgeht. Das war nicht "meh, ich weiß wie's ausgeht, öööööde", sondern "ich darf einem historischen Moment beiwohnen, wie geil!"

- Mehr Filmsets statt Blue-/GreenScreen-Hintergründe, vor denen die Schauspieler agieren. Ich bin kein Schauspieler, aber ich stell' mir vor, es ist einfacher, in eine Rolle hineinzufinden, wenn auch das drumrum stimmt und man ein echtes Set hat, in dem man agieren kann.

- Ein besserer Schauspieler für Anakin Skywalker. Grad aus dieser Szene, in der Anakin überlegt, ob er die Jedi nun tötet oder nicht (Kinder!!!), hätte man so viel machen können. Ein anderer Schauspieler hätte da wohl viel mehr rausholen können, sodass man den Kampf, den "Ani" da auszufechten hat, mit sich selbst, richtig gesehen hätte. (Gut, lag vielleicht auch dem drüber erwähnten Punkt, der Christensen kann schon schauspielern, er konnte es nur in Star Wars irgendwie nicht wirklich, wie auch Natalie Portman, die ja ansonsten eine ausgezeichnete Schauspielerin ist.)

- Weniger Info. Ich weiß jetzt mehr über Darth Vader als ich je wissen wollte. Vor Episode I - III war er für mich ein echt cooler und auch würdiger Gegenspieler und irgendwo auch ein tragischer Held. Einer, der zeigt, dass es nie zu spät ist umzukehren. Nach Episode I - III werde ich ihn immer in Erinnerung behalten als superschlauen Rotzbengel mit übergroßem Ego.

Und dazu sei angemerkt: Ich wollte Episode I - III mögen. Weil ich eben Episode IV - VI so liebe. Ich bin in jeden der neueren drei Filme rein und wollte ihn wirklich mögen. Ich wollte, dass sie mir gefallen. Ich war den Filmen jedes Mal wieder grundsätzlich erstmal positiv gegenüber eingestellt. Aber im Gegensatz zu den alten drei fand ich die neuen drei dann halt nur blah, obwohl ich an sie wesentlich niedrigere Erwartungen hatte als seinerzeit an die alten (meine Erwartungen an die drei alten Filme waren eigentlich viel zu hoch und das erstaunlichste daran find' ich bis heute, dass ich bei den hohen Erwartungen nicht restlos enttäuscht war, sondern total begeistert).

Nach Episode III hab' ich mich halt gefragt, wann zur Hölle Lucas verlernt hat, gute Geschichten zu erzählen, denn in "Willow" (Lucas Co-Writer) konnte er's schließlich noch. Vielleicht war er einfach auch zu beschäftigt damit, seine optische Version von Star Wars zu verwirklichen und hat zu wenig auf die Story und Charaktere geachtet. Wirklich schade. Rein von daher würde mich ein Remake von Episode I - III eigentlich eher interessieren als eins von IV - VI. Denn aus den neuen drei Filmen könnte man bestimmt noch einiges rausholen, wenn man hier mal umschreibt, da mal strafft und allgemein das Prinzip "show, don't tell" bemüht, das jedem angehenden Schreiber in JEDEM Creative Writing Kurs immer wieder gepredigt wird.