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desercitus's Avatar


desercitus
04.12.2012 , 02:05 AM | #26
Zunächst einmal vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Ich gehe auf sie ein.

Quote:
Es ist schwer zu beschreiben und ich habs bereits versucht, aber die dunkle Seite und die helle können sich nicht das Gleichgewicht halten. Die dunkle Seite würde immer versuchen die Helle zu vernichten was in einem andauernden krieg münden würde. Krieg = Chaos wäre also der Sieg der dunklen Seite, Frieden wäre der der hellen, beides gleichzeitig kann nicht bestehen, eine Seite muss letzten Endes also verlieren so oder so.
Die Frage, die sich mir hier stellt, ist die: Natürlich wird die Dunkle Seite immer danach streben, die Helle zu vernichten, den Krieg zu entfachen, aber bedeutet das Streben allein schon den Sieg? Wird die Helle Seite nicht währenddessen ebenso versuchen, die Dunkle Seite zu bekämpfen, wo immer es geht, Frieden zu säen, die Galaxis zu ordnen? Es wird nicht jeder Kampf mit Waffen gefochten.
Dir zufolge wäre Frieden nicht das Ziel, sondern die Handlungsmaxime der Vertreter der Hellen Seite und allein die Konstruktion eines Lichtschwertes, die abertausende Jedi durchgeführt haben, stellt ein Zugeständnis zur Dunklen Seite dar.

Quote:
Das werden sie nicht, die dunkle Seite wird als falsch, korrumpierend und widernatürlich beschrieben. Die helle Seite als richtig, harmonisch und ausgeglichen.
Hier sprichst du die Sichtweise auf die Macht an, die ich in meinem Text darlegte, wohlweislich im Konjunktiv. Das wollte ich so nie sehen. Natürlich ist die Dunkle Seite korrumpierend, aber sie scheint doch sehr natürlich zu sein. Aus dem Kodex der Sith und dem der Jedi lässt sich ableiten, dass Leidenschaft und Gefühle zur Dunklen Seite leiten, weshalb die Jedi sich der völligen Emotionslosigkeit verschreiben. Geht es noch unnatürlicher? Gefühle, Leidenschaft, leider auch Krieg, all das ist im tiefsten Wesen menschlich und damit auch natürlich. Die Jedi unterdrücken konsequent wesentliche Bestandteile der menschlichen Natur, um somit Einfluss auf die Natur zu nehmen. Anders als bei den Sith ist dieser Einfluss jedoch ordnend, beruhigend.
Die Helle Seite strebt doch kein Gleichgewicht zwischen Leidenschaft und Gelassenheit, Krieg und Frieden, Chaos und Ordnung an, sondern den Sieg von Frieden, Ordnung, und allem, wofür die Jedi eintreten.
Von Beginn an sind die Helle und die Dunkle Seite in ihren Grundsätzen antithetisch aufgebaut, was mich auch zu der Überzeugung führt, dass die Seiten der Macht Gegenpole bilden, womit die Dunkle Seite nicht eine bloß ein Zerrbild ist.
Die Mortis-Trilogie aus "The Clone Wars" ist mit ihrem immer wieder betonten symbolhaften Charakter sehr aussagekräftig.
Spoiler


Quote:
Sie existieren alle in Harmonie und Ordnung nur Menschen können Leidenschaft und Passion an den tag legen, nur Menschen können die dunkle Seite nähren und stärker machen.
Sind Menschen damit in ihrem Wesen unnatürlich? Etwas paradox, findest du nicht auch? Vor allem in der Natur findest du deutlich mehr Chaos und Willkür als in menschengeschaffenen, im Vergleich dazu sehr geordneten Siedlungen.

Quote:
Der falscheste Begriff in der Aussage ist richtend.
Wieso sollte das Gute nicht richtend sein? Dadurch grenzt es sich doch erst vom Bösen ab und erkennt es als solches, kann gegen das Böse arbeiten.
Quote:
Es ist kein Pendel weil die helle Seite kein Extrem ist. Welches Merkmal der hellen Seite empfindest du als Extrem? Die ausgeglichenheit der Jedi? Das Mitleid und die Opferbereitschaft für das größere Wohl? Nur Sith denken in Extremen, nur die dunkle Seite ist extrem.
"Nur ein Sith kennt nichts als Extreme." Auch wenn mir die Szene sehr gefallen hat, birgt dieser Satz fast einen kleinen Lacher, in einem Universum arbeitend, das seit jeher antithetisch arbeitet; entweder die Helle oder die Dunkle Seite, kaum jemand geht einen Mittelweg oder schafft es. Den meisten kommt das gar nicht erst in den Sinn.

Wäre die Helle Seite nicht extrem, wäre sie der natürliche Urzustand, dann dürfte sie sich doch gar nicht als Helle Seite verstehen, dann gäbe es nur die Macht und, na ja, ihre Abart. Aber keine Helle und Dunkle Seite.

An Pywll: In den ersten Absätzen gehst du von flexiblen Gut/Böse-Vorstellungen aus, was an sich sehr vernünftig ist. Nur so vernünftig, so erwachsen arbeitet Star Wars nicht. Die Geschichte bleibt in ihren märchenhaften Gut/Böse- bzw. Hell/Dunkel-Schemata, die nicht nur absolut und blickpunktsunabhängig, sondern auch noch von den meisten erkannt sind.

Quote:
Würden die Sith ihre Kraft nicht aus dem Hass schöpfen, sondern aus der Liebe, wären sie dann immer noch böse?
Das tun sie doch. Leidenschaft und auch Liebe gehören zu den Grundfesten des Sith-Ordens. Sie sind böse, weil sie sich von den anderen Emotionen, die daraus folgen, beherrschen lassen, primär Angst vor dem Verlust, eventuelle auch Eifersucht.
Während die Jedi Gefühle radikal verneinen, geben sich die Sith ihnen radikal hin. Sieht doch recht deutlich nach zwei Extrempunkten aus.

An Orbitalbomb: Deine Erklärung gefällt mir bis jetzt am besten. Klar, sie macht es sich ziemlich leicht und ist alles andere als erhebend, aber sie fühlt sich richtig an.

Nochmals Danke für Eure Antworten und Gedanken. Ich hoffe, der Austausch war konstruktiv und ist es auch weiter.

Möge die Macht mit Euch sein.
Möge die Macht Euch befreien.
Es gibt keine Gefühle, nur Frieden.
Es gibt keine Unwissenheit, nur Wissen.
Es gibt keine Leidenschaft, nur Gelassenheit.
Es gibt keinen Tod, nur die Macht.