View Single Post

Pywll's Avatar


Pywll
04.12.2012 , 12:40 AM | #23
Im Grunde geht es hier mMn um eine uralte Grundsatzdiskussion.

Gut <--> Böse
Ordnung <--> Chaos

Dabei gilt jeweils, das eine kann ohne dem anderen nicht existieren.
Wenn wir das ganze mit einem unendlich langen Stab vergleichen deren Enden die beiden Pole Gut bzw. Böse sind wird es vielleicht deutlicher. Sagen wir, wir können höchstens 100m in jede Richtung schauen. Wir deffinieren also Böse als 100m in die eine Richtung und das Gute als 100m in die andere Richtung. Den Punkt den wir erreichen wollen bezeichnen wir als Gleichgewicht und der Punkt wo wir stehen ist unser Blickwinkel. Wenn wir also es anstreben das gute zu erreichen (also 100m weiter), so können wir das irgendwann erreichen. Doch mit jedem Schritt ändert sich auch unser Blickwinkel. Spätestens wenn wir angekommen sind ist unser alter Ausgangspunkt auf dieser Strecke am für uns sichtbaren "bösesten" Punkt, während der damalige "guteste" Punkt jetzt unser neuer Deffinitionspunkt ist. Im SW Universum wären damit wahrscheinlich die grauen Jedis zu den bösen geworden die es zu bekämpfen gibt.

Was ich damit sagen will, wir können nie DAS gute oder DAS böse erreichen. Mit jedem Schritt werden langfristig die Karten neu gemischt. Was heute noch zum guten Ton gehört ist morgen bereits verpönt und übermorgen gehört es bereits zu den Unsitten. Unsere eigene Geschichte bietet da genügend Beispiele. Warum werden heute keine Blutopfer mehr durchgeführt, obwohl das früher ganz normal war. Sind deshalb unsere Vorfahren die es praktiziert haben alles böse Menschen gewesen?

Star Wars ist ein Märchen. So hab ich das zumindest in Erinnerung. Ein schönes modernes Märchen. Und Märchen haben normalerweise einen tieferen Sinn. Sie erzählen nicht nur eine Geschichte die uns unterhalten soll, sondern sie wollen uns was Lehren. Was das wirklich ist, müsste GL sagen, der dieses Märchen geschrieben hat. Wir können nur versuchen zu deuten was er uns sagen will. Dazu müsste man aber auch Wissen was GL damals bewogen hat dieses Märchen zu schreiben.

Was alle Märchen gemeinsam haben, zum Schluss siegt das Gute über das Böse (kenne zumindest kein anderes Märchen). Was uns also Märchen vermitteln wollen ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Wo ich einen Vorredner widersprechen muss, Leidenschaft kommt sehr wohl in der Natur vor. Jedes Raubtier verfolgt mit Leidenschaft seine Beute. Auch wir haben in der Leidenschaft einer der größten Triebfedern um Werke zu vollenden. Ohne Leidenschaft würden wir diese nur halbherzig bewerkstelligen. Harmonie bedeutet dagegen unseren Platz im Kreislauf zu erkennen. Wenn wir nur Raubbau betreiben Schaufeln wir damit unseren eigenen Untergang. Von daher sollten wir also in Harmonie/Gleichgewicht mit unserer Umgebung leben.

Wenn wir nun zu SW zurückkehren, so haben wir da die Sith und die Jedi. Beide haben Grundsätze (Kodex) die jeweils für sich gute Ansätze bereit halten. Beide Ansätze haben aber auch ihre Fehler. Würden die Sith ihre Kraft nicht aus dem Hass schöpfen, sondern aus der Liebe, wären sie dann immer noch böse? Die Jedi dagegen lehnen jedes Gefühl ab, denn es ist ein Weg zur dunklen Seite. Verurteilen sie damit nicht jeden Bürger in der bekannten Galaxie zu einem potentiellen bösen Wesen?
Im Märchen haben wir nun einen Jedi, der sich den Gefühlen hingab, somit also gegen den Kodex der Jedi verstoßen hat. Zuerst war da die Liebe zu seiner Mutter und zu seiner Frau. Daraus erwuchs der Hass und damit der Weg zur dunklen Seite. Jetzt hätten die Jedi recht gehabt. Doch die Liebe zu seinem eigen Fleisch und Blut hat ihn dazu veranlasst den Imperator zu stürzen und so dem guten zu einem Sieg verholfen. Daher würde ich es so auslegen, das hier das Gleichgewicht durch Verschmelzung der beiden Grundsätze erreicht wurde.
Bal kote, darasuum kote.
Jorso’ran kando a tome.
Sa kyr'am nau tracyn kad, Vode an.